Fragende Gesichter waren beim 1:2 unserer U 19 in Schifferstadt häufiger zu sehen (Foto: E. Bender)

U 19: Das seltsame Ende einer Punkteserie

Alles hat ein Ende, so auch bedauerlicherweise die Punkteserie unserer U 19. Am Sonntag, dem 21. November, trat unsere Jugend frühmorgens, noch gut gelaunt, die Hinreise nach Schifferstadt an. Auf der Rückfahrt war man zwar nicht mehr so gut gelaunt, dafür lieferte das 1:2 bei Phönix bzw. eine Vielzahl von recht seltsam anmutenden Entscheidungen, Aussagen und Bemerkungen eines überforderten Schiedsrichtergespanns eine Menge an anregendem Gesprächsstoff.

Pünktlich um 13 Uhr ertönte der Anpfiff des Schiedsrichters. Unsere Gastgeber überraschten unsere Jugendmannschaft in der ersten Halbzeit mit einem aggresiven und schnellen Spiel. Die Heimmannschaft setzte unsere Spieler bereits beim Spielaufbau in der eigenen Hälfte unter Druck. So wurden Fehler bei der Ballannahme und beim Abspiel erzwungen und torgefährliche Spielzüge der Schifferstädter eingeleitet. Hinzu kommt noch, dass bereits in der 10. Minute unser rechter Aussenverteidiger verletzt das Feld verlassen musste.

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Bis zur 32. Minute konnten unser defensives Mittelfeld, unsere Abwehr und unser Torhüter mit viel Einsatz einen Rückstand verhindern. Dann war es soweit. In unserem Strafraum konnten wir den Ball nicht sauber klären. Ein beherzter Schuss des Gegners, eine Abwehr, die einen Schritt zu weit entfernt stand und ein chancenloser Torhüter. Das war das 1:0. Dummerweise muss man eingestehen, dass die Führung der Schifferstädter zu diesem Zeitpunkt nicht unverdient war.

Unsere offensiven Spieler tauchten in der ersten Halbzeit mehrmals vor dem gegnerischen Tormman auf, suchten jedoch aus oftmals aussichtsreicher Postion nicht zwingend genug den Abschluss. Somit verabschiedete man sich mit einem Rückstand in die Halbzeitpause.

Nach dem erneuten Anpfiff schien sich unsere Mannschaft zu fangen. Das Spiel unserer A-Jugend wurde schneller, sicherer und genauer. Die Fehlpassrate wurde minimiert. Immer häufiger drängte man den Gegner zurück und erspielte sich Möglichkeiten zum Ausgleich.

In der 60. Minute gab es eine Schlüsselszene in diesem Spiel: Die Abwehrreihe von Schifferstadt steht auf einer Linie 25 bis 30 Metern vor dem eigenen Tor. Der Abstand der einzelnen Spieler beträgt 10 bis 15 Meter. Der gegnerische Torhüter befindet sich auf der Torlinie. Unser Stürmer hebt im vollen Lauf den Ball über einen Innenverteidiger und geht rechts an ihm vorbei. Wenn der Ball ungehindert über den Innenverteidiger geht, ist unser Stürmer durch und geht alleine auf das Tor der Heimmannschaft. Der Ball wird jedoch von dem Innenverteidiger, in der Rückwärtsbewegung, bewusst mit komplett ausgestrecktem Arm aus der Luft geholt.

Somit verhinderte er zum einen eine ganz klare Torchance, zum anderen ist beging er als letzter Mann bewusst eine Regelwidrigkeit, um einen Vorteil zu erlangen. Bei vielen Schiedsrichtern eine klare Angelegenheit. Nur in diesem Spiel bekam der Spieler lediglich eine Gelbe Karte. Dass diese Entscheidung Unverständnis bei einer Vielzahl von Zuschauern hervorrief, ist mehr als verständlich.

Im weiteren Verlauf wurde die Heimmannschaft immer weiter zurückgedrängt. Die Entschlossenheit unserer Mannschaft, das Spiel noch zu drehen, war erkennbar. In der 68. Minute schoss einer unserer offensiven Spieler den Ball aufs gegnerische Tor. Der Tormann hechtete vergeblich nach dem Ball, der an die Latte ging. Von der Latte sprang der Ball zurück ins Feld, direkt vor die Füße eines weiteren aufgerückten Spielers. Ganz sicher wurde der Ball zum Ausgleich im Kasten versenkt.

Es dauerte einige Zeit bis sich die Gastgeber gefangen hatten und wieder vor unserm Tor auftauchten. In der 82. Minute bekam der Gastgeber kurz hinter der Mittellinie einen Freistoß zugesprochen: Ein hoher Ball in unseren Strafraum, ein gegnerischer Stürmer, der unbedrängt zum Kopfball kommt und die erneute Führung zum 2:1 ist perfekt.

In der restlichen Spielzeit wollte Schifferstadt nichts mehr anbrennen lassen und zog sich mit Mann und Maus zum Verteidigen zurück. Unsere Elf ließ sich durch diesen erneuten Führungstreffer nicht verunsichern. Mit dem Anstoß wird der Gegner mit schnellen Spielzügen ausgetanzt. Es dauert nur kurze Zeit, da zappelt den Ball im Netz der Heimmannschaft. Wer jetzt an den Ausgleich denkt, wird eines Besseren belehrt. Der Linienrichter will eine Abseitsstellung erkannt haben.

Auch diesen Rückschlag steckte unsere A-Jugend weg. Es wurden Zweikämpfe gewonnen und Bälle erlaufen, man stürmte aufs gegnerische Tor. In der 86. Minute war erneut so weit: Auch unsere Abwehrspieler sind weit aufgerückt und schalten sich in den Angriff ein. Ein hoher Ball in den gegnerischen Strafraum, unser Verteidiger gewinnt das Kopfballduell gegen den hinter ihm stehenden Gegenspieler, der Torhüter ist überwunden, das Runde ist im Eckigen. Wer jetzt an den Ausgleich denkt, wird wieder eines Besseren belehrt. Die Jubelrufe ersticken abrupt. Wenn wundert’s? Der Assistent auf der Linie entscheidet nach dem Treffer aus unerklärlichen Gründen auch diesmal auf Abseits.

Innerhalb der verbliebenen Restspielzeit hatte unsere U 19 zwar noch den einen oder anderen Torschuss auf Lager, konnte jedoch den Ausgleichstreffer nicht mehr erzielen. Bedauerlicherweise sind die 3 Punkte nicht mit uns ins Ellenfeld gefahren, sondern in Schifferstadt geblieben. An dieser Stelle muss man unseren Spielern ein Kompliment machen. Allen Widrigkeiten zum Trotz haben sie immer weiter gefightet und hielten immer schön den Kopf oben.

Neunkirchen: Persch, Dagiannopoulos (10. Kaucher, 50. Atzhorn), A. Serr, Schmieden, M. Bender, Becker, Asante, Marino (85. Häfner), Fritz, Groß, D. Serr. Trainer: Adeyemi

Tore: 1:0 Zein (31. Minute), 1:1 Schmieden (68.), 2:1 Wittermann (82.)

Zuschauer: 100

Schiedsrichter: Marcel Schütz (Worms)

Gelbe Karten: Doganay – Becker

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