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Trauer um Seppel Frisch

Er war 1955 einer der wenigen in Borussias Mannschaft, die nicht aus dem Saarland oder aus dem Südwesten kamen. Nach 64 Spielen für den FC Bayern München kam er 1955 ins Ellenfeld. 157 Spiele bestritt er im schwarz-weißem Dress der Borussia, ehe er 1962 seine erfolgreiche Karriere beendete. Am vergangenen Sonntag ist unser ehemaliger Abwehrspieler Josef Frisch im Neunkirchener Diakonie Krankenhaus verstorben, er wurde 86 Jahre alt.

Frisch, der wegen seiner bayrischen Herkunft für seine Mannschaftskameraden stets der „Seppl“ war, wurde mit Borussia von 1959 bis 1961 dreimal hintereinander Vizemeister in der Oberliga Südwest, der damals höchsten deutschen Spielklasse. Beim dramatischen Qualifikationsspiel zur Teilnahme an der Endrunde um die Deutsche Meisterschaft, das Borussia am 3. Mai 1959 nach 0:4-Rückstand und einer Aufholjagd am Ende doch mit 3:6 verlor, war „Seppl“ Frisch ebenso dabei wie beim DFB-Pokalfinale am 27. Dezember 1959 gegen Schwarz-Weiß Essen (unser Foto oben). Zudem gehörte er zu der Borussen-Elf, die in den Vorrundenspielen um die deutsche Meisterschaft 1960 mit einem 4:2-Sieg beim süddeutschen Meister Karlsruher SC für Furore sorgte und dem Hamburger SV zum Einzug ins Endspiel verhalf – der HSV wurde mit einem 3:2 gegen den 1.FC Köln deutscher Meister! Borussias Abwehr setzte sich in den Endrundenspielen aus Torhüter Jaroslav Jirasek, dem Verteidigerpaar Frisch und Hans Schreier und der Läuferreihe (im damaligen „WM-System“) mit Erich Leist, Gerd Lauck und Dieter Harig zusammen, die eine gut harmonierende Defensivabteilung bildeten.

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Weil er sich in Neunkirchen auch menschlich wohlfühlte, wurde „Seppl“ Frisch nach seiner aktiven Karriere in Neunkirchen heimisch. Mit dazu bei trug die Liebe, denn inzwischen hatte er ein Neunkircher Mädchen zum Traualtar geführt. Ein Tabak-Geschäft mit Totto-Lotto-Annahmestelle sorgte für das tägliche Auskommen der Familie Frisch. Borussias sportlichen Weg verfolgte der Abwehrspieler mit großem Interesse, einen Besuch im Ellenfeld traute er sich zuletzt wegen seines Gesundheitszustandes aber nicht mehr zu.

Borussia wird Josef „Seppl“ Frisch immer in ehrender Erinnerung behalten. Ein ganz besonderes Andenken an unseren Verteidiger ist dabei der vergoldete Ehrenring, der anlässlich des Gewinns der Südwestmeisterschaft 1962 an die Mannschaft überreicht wurde. „Seppl“ Frisch hat sein Exemplar dem Borussen-Archiv geschenkt. Denn niemals geht man so ganz. Danke, „Seppl“, für Deine Einsätze im Borussen-Trikot, und ruhe in Frieden! (-jf-)