Trauer um Manfred Weber

Trauer um Ehrenmitglied Manfred Weber

Manfred Weber ist tot. Das Ehrenmitglied von Borussia Neunkirchen verstarb am Sonntag im Alter von 83 Jahren. Weber gehörte dem Verein seit 1938 an, er leitete in der Nachkriegszeit gemeinsam mit Kurt Gluding die Jugendabteilung und war mehrere Jahre dritter Vorsitzender der Borussia. Später wirkte er unter anderem als Vorsitzender des Ältestenrats und führte den Klub kurzzeitig als Notvorstand.

„Ich habe so viel mit der Borussia erlebt, da könnte ich ein ganzes Buch drüber schreiben“, hat Manfred Weber einmal gesagt. Weber, geboren am 29. Juli 1928, trat dem Verein bei, als er noch ein „kleiner Bub“ war. Er begann als Spieler in der siebten Schülermannschaft. 1944, während des Zweiten Weltkriegs, stand Weber plötzlich im Kader der ersten Mannschaft.

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„In der Gauliga Westmark drohte der Mannschaft der Abstieg. Vor dem wichtigen Auswärtsspiel bei TuRa Ludwigshafen standen wegen der Kriegswirren nicht genug Spieler zur Verfügung, ein Linksaußen fehlte“, erinnerte sich Weber. Also sollten er und sein Freund Bruno Kirsch auflaufen. Beide waren damals nicht älter als 15. Und sie gaben alles, nur nicht ihr letztes Hemd: „Kurz vor dem Anpfiff kam Emil Anschütz, seinerzeit Kassierer, auf uns zu und fragte nach Schuhen und einer Hose. Wir gaben ihm die Sachen gerne.“

„Ich habe so viel mit der Borussia erlebt“

Anschütz, ein Held der späten zwanziger Jahre, der überall als „Näsje“ bekannt war, spielte anstelle der beiden Junioren und erzielte nach einem 0:2-Rückstand beide Tore zum Ausgleich. Am Ende trennte die Borussia der eine Punkt aus Ludwigshafen vom Tabellen-Vorletzten aus Speyer. „Mir kommen immer noch fast die Tränen, wenn ich an diesen Tag denke“, so Weber. Kurz darauf debütierte Weber dann doch in der ersten Elf, was beim kulturellen Stellenwert, den die Borussia in Neunkirchen damals hatte, ein unvergleichliches Erlebnis war. „Mein Großvater war so stolz auf mich. Er freute sich, als wären Ostern, Weihnachten und Pfingsten auf einen Tag gefallen.“

Krieg und Krankheit, eine Tuberkulose, verhinderten eine Karriere als Spieler. So engagierte sich Manfred Weber mit gerade einmal zwanzig Jahren in verantwortlicher Position in der Jugendabteilung, gemeinsam mit seinem engen Freund, dem späteren Ehrenpräsidenten der Borussia und Vorsitzenden des Saarländischen Fußballverbandes (SFV), Kurt Gluding. Später leitete Weber die Amateurabteilung. Als die Borussia in den 1960er Jahren in der Bundesliga spielte, war er dritter Vorsitzender seines Vereins.

Ehrenmitglied und Notvorstand 

1991 wurde Manfred Weber zum Ehrenmitglied der Borussia ernannt. Zwei Jahre danach, im Februar 1993, übernahm Weber erneut Verantwortung und bildete mit dem früheren Mannschaftsarzt Dr. Richard Kaufmann und Franz-Josef Gerdung kurzzeitig einen Notvorstand. Es sollte nicht die letzte Krise sein, die Weber erlebte und als Vorsitzender des Ältestenrats zu meistern hatte. Nach dem Tod von Kurt Gluding, mit dem er beinahe Tür an Tür in der Neunkircher Andreasstraße, unweit des Ellenfeld-Stadions, wohnte, saß er außerdem dessen Familienstiftung vor. Für sein leidenschaftliches Engagement wurde Manfred Weber unter anderem mit der Goldenen Ehrennadel des SFV ausgezeichnet.

Die Mitglieder von Borussia Neunkirchen trauern um Manfred Weber, der sich unserem Verein wie kaum ein anderer verpflichtet fühlte. Manfred Weber hat sich über Jahrzehnte um die Borussia verdient gemacht, er hat immer wieder Verantwortung übernommen und die Kultur dieses Klubs geprägt. Er hinterlässt eine große Lücke. Unser Mitgefühl gehört seinen Angehörigen. Wir werden sein Andenken in Ehren halten.

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