Gunther Persch

Sportvorstand Gunther Persch: „Nur zusammen kommt Borussia wieder nach vorne!“

Unser Bild: Trotz sportlichen Aufschwung – Sportvorstand Gunther Persch sieht neben viel Licht auch noch Schatten und Optimierungsbedarf in Borussias Entwicklung. (Foto: -jf-)

Der Sportvorstand der Borussia, Gunther Persch, ist nun seit einigen Wochen im Amt. Vor dem Spiel gegen die U23 des FC Homburg legt er seine persönliche Einschätzung zur derzeitigen Situation und Entwicklung unser Borussia dar und appelliert eindringlich an den Zusammenhalt aller Borussen. Hier seine Sichtweise im Wortlaut:

Werbung


Liebe Borussen,

die sportliche Situation hat sich durch den Trainerwechsel zum Positiven entwickelt. Unser neuer Trainer Björn Klos lebt und demonstriert seine Philosophie von Leidenschaft und Einsatz der Mannschaft im Training und während des Spieles an der Seitenlinie vor. Die Mannschaft hat es geschafft, unter seiner Führung eine Einheit zu werden, die sich das notwendige Glück, das vorher allzu oft gefehlt hat, hart zu erarbeiten und zu erkämpfen.

Die positiven Ergebnisse der letzten Spiele verleiten mich aber nicht dazu, alles durch die „rosarote Brille“ zusehen. Denn es gibt zweifellos im spielerischen und taktischen Verhalten noch einiges zu verbessern. Das sieht der Trainer genauso wie ich, aber Björn Klos hat es mit einer gesunden Mischung aus Bodenständigkeit und positiver Ausstrahlung geschafft, den Spielern Mut und den Glauben an sich selbst wieder zu geben. Dies hat es uns ermöglicht, in schwierigen Situationen den Überblick zu behalten und eine Lösung zu finden.

Das Verletzungspech konnten wir allerdings leider nicht bezwingen. Unser Kapitän Yannik Bach fällt ebenso noch auf unbestimmte Zeit aus wie Philippe Persch und Nicolas Gil Rodriguez. Auch auf Tim Cullmann, der sich vor dem Spiel in Schwalbach eine Muskelverletzung zugezogen hat, müssen wir jetzt für etwa vier Wochen verzichten. Aber unser Kader ist in der Lage diese Ausfälle zu kompensieren. Wir müssen versuchen, bis zur Winterpause von Spiel zu Spiel zu schauen, und dabei den Abstand zu den vorderen Plätzen so gering wie möglich zu halten. Es muss gelingen, unser spielerisches Potenzial besser auszuschöpfen und zielstrebiger vor dem Tor zu agieren, damit wir unsere Gegner mehr unter Druck setzen können. Dann werden wir auch nicht mehr so oft das Spiel aus der Hand geben und unnötig in Bedrängnis kommen. Als wichtigsten Faktor für den Aufschwung betrachte ich die tolle Unterstützung unserer Fans. Was von den Rängen derzeit an Anfeuerung kommt, ist fantastisch. Ich bin schon ein wenig stolz, dass die Mannschaft mit ihrem Coach „die Kurve gekriegt“ hat und sich damit die tolle moralische Unterstützung der Fans verdient hat.

Aber auch ein weiterer Punkt liegt mir am Herzen. In meinem ersten Statement auf der Homepage der Borussia hatte ich beklagt, dass es im Umfeld der Borussia viele Heckenschützen und Kritiker gebe, die oft nur meckern und kritisieren, sich aber nicht für Borussia engagieren wollen. Trotz positiver Reaktionen auf meine Äußerungen muss ich leider feststellen, dass immer noch einige Unverbesserliche übrig geblieben sind. Die gegen alles und jeden gerichtete negative Stimmung dieser Menschen kann man wohl nicht ändern. Ich glaube auch nicht, dass sie dem Verein in irgendeiner Art und Weise helfen können oder wollen. Was mich aber in meinen Intentionen bestärkt hat, sind diejenigen Fans, die sich mir in mehreren persönlichen Gesprächen gestellt haben, um mir in aller Offenheit ihre Sichtweise und ihre Meinung darzulegen. Diese Fans haben mir zugehört und die Chance gegeben, ihnen zu erklären, was wir vorhaben und was wir ändern wollen. Ich habe Ihnen mitgeteilt, dass Borussia mit dem neuen Aufsichtsrat, den ich persönlich über alles schätze und der mit Leuten besetzt ist, vor denen ich den aller höchsten Respekt habe, die Chance hat sich neu aufzustellen und zukunftsorientiert zu arbeiten. Nun liegt es an uns, den Vereinsverantwortlichen, ein Zeichen zu setzen, um sich das Vertrauen der Fans wieder zu verdienen und zu einer Einheit zu werden. Denn eins muss jedem klar sein: Borussia hat nur eine Zukunft, wenn Verein und Fans wieder zusammenstehen und zusammen arbeiten. Wir dürfen uns nicht auseinander dividieren lassen in „die da“ und „wir“, oder noch viel schlimmer, in „die da oben“ und „die da unten“. So kann kein Verein leben, geschweige denn überleben. Auf Augenhöhe und mit gegenseitigem Respekt zusammen zu arbeiten – nur das kann unser Ziel sein, nur das kann Borussia wieder nach vorne bringen.

Deshalb bin ich auch der Meinung, dass die Fans ein Mitspracherecht haben müssen, und vorgeschlagen, einem von den Fans gewählten Vertreter einen Sitz im Aufsichtsrat zu geben, um zu zeigen, dass alles transparent und seriös abläuft. Mittlerweile haben die Fans in Jörg Eisenhuth ihren Vertreter und ihre Stimme gewählt, er muss jetzt satzungsgemäß in den Aufsichtsrat berufen werden, um auf diese Weise im Namen der Fans eine offizielle Position bei Borussia einzunehmen. Ich freue mich auf die Zusammenarbeit mit Jörg und allen Fans, denen Borussia eine Herzensangelegenheit ist.

Durch Gespräche mit zahlreichen Menschen habe ich in den letzten Wochen eine positive Stimmung gespürt, die mir zeigt: Borussia hat die Chance, dass es wieder aufwärts gehen kann. Dass Borussia überhaupt noch lebt, ist der tollen Unterstützung von Leuten auf und neben den Rängen zu verdanken. Ihnen möchte ich meine Anerkennung und meinen Respekt aussprechen.

Keine Frage: Wir alle tun gut daran, uns mit einer gewissen Demut darüber klar zu sein, wo Borussia gelandet ist. Dies ist aber kein Grund, dem Verein aus gekränkter Eitelkeit den Rücken zu kehren, sondern muss vielmehr Ansporn sein zu helfen, dass es wieder besser wird. Denn eins ist klar: Man darf hinfallen, aber darf nicht liegen bleiben. Und Borussia bleibt nicht liegen! Packen wir es gemeinsam an! Hoch lebe Eisen! Euer Gunther Persch