Jens Kirchen (Foto: Th. Burgardt)

„So lange es Borussia gibt, bin ich auch hier!“

Heute steht für den gesamten Verein das wohl wichtigste Spiel der diesjährigen Saison an: Im Viertelfinale des Lottopokals Saar reist unsere Borussia am Mittwochwochabend (19:00 Uhr) zu Saar05 auf den Kieselhumes. Nach dem 0:0 im Ligaspiel am Samstag blicken wir gemeinsam mit Jens Kirchen und Felix Dausend auf die morgige Partie, lassen die letzten Wochen revue passieren und wagen einen Ausblick auf die bevorstehende Saison.

„Jens, in fünf Tagen spielen wir zweimal gegen Saar05. Das erste Spiel ist gespielt – wie fällt dein Fazit aus nach dem 0:0 vor 1005 Zuschauern“?

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Jens Kirchen: „Die Zuschauerzahl war überragend! Ich glaube, selbst die Initiatoren, die die Aktion in die Welt gerufen hatten, wären mit 700-800 Zuschauern schon zufrieden gewesen. Dass es jetzt so viele geworden sind, ist natürlich der Wahnsinn und zeigt, was mit unseren wunderbaren Fans möglich ist und welche Wunder man in der Gemeinschaft bewirken kann. Für jeden, der da auf dem Platz stehen darf, ist das eine sensationelle Sache. Das Spiel an sich geht mit dem 0:0 absolut in Ordnung. Ich habe ohnehin immer gesagt: wer von diesen beiden kämpferischen und ausgeglichenen Mannschaften das erste Tor macht, der gewinnt auch die Partie.“

„Du konntest ja vor dem Spiel die Atmosphäre als Außenstehender aufsaugen, warst aber bei der Fotoaktion ganz nah an den Fans und hast bestimmt mitbekommen, dass die Fans 870 Euro für den Verein ersammelt haben. Das nenne ich eine Hausnummer, oder?“

Jens Kirchen: „Unglaublich ist das! Wenn man die Fangruppen mit ins Boot holt, sodass Mannschaft, Trainer und Fans eine Gemeinschaft sind, dann sieht man, was hier im Verein bewegt werden kann. Deswegen kann ich auch nicht verstehen, dass in Homburg jedes Spiel zwischen 700-800 Zuschauer sind und wir in Neunkirchen das bisher nicht hinbekommen. Wir haben das Potenzial, wir können das hier auch erreichen, wir müssen nicht vor 200-300 Zuschauern rumkicken.“

„Was erwartet euch jetzt heute am Kieselhumes?“

Jens Kirchen: „Ich hoffe und denke, dass es von der Kulisse her so ähnlich wie damals in Hauenstein wird, dass wir also mindestens 300-400 Mitreisende haben. Man muss einfach abwarten. Saar05 ist eine gereifte Mannschaft, die über mehrere Jahre hinweg step by step aufgebaut wurde. Wir haben jede Menge erfahrene Spieler im Team, die zwar etwas zusammengewürfelt sind, aber eine Menge Qualität besitzen. Insofern denke ich einfach: auch wer heute das 1:0 macht, kommt eine Runde weiter!“

„Gespielt wird ja auf Kunstrasen. Ist das ein Vor-oder Nachteil für euch?“

Jens Kirchen: „Spielerisch als auch kämpferisch sind beide Mannschaften auf einem Niveau. Aber ich hoffe, dass wir wieder bis zum Schluss beißen und unser Weiterkommen verdient feiern dürfen.“

„Aber spielerisch könnt ihr euch doch bestimmt mehr entfalten als am Samstag auf dem tiefen Ellenfeldrasen?“

Jens Kirchen: „Absolut richtig! Der Rasen bei uns ist im Moment wirklich schwierig zu bespielen, deshalb gab es auch recht wenige Ballstafetten. Es gab erneut viele Fouls und auch auf dem Kunstrasen wird es robust zur Sache gehen.“

Jens Kirchen (Foto: Th. Burgardt)

„Gibt es die Möglichkeit oder besteht die Hoffnung, dass du vielleicht selbst zum Einsatz kommst?“

Jens Kirchen: „Nichts ist unmöglich, aber wir haben jetzt vor dem Spiel noch zweimal trainiert und dann werde ich ja sehen, wie es um mich steht. Ich will natürlich nichts riskieren, denn wenn ich mich jetzt noch einmal so schwer verletze, dann muss ich mich erneut operieren lassen und dann war es das mit meiner Fußballkarriere. Der Mannschaft werde ich aber vor und während dem Spiel helfen, sie motivieren – mehr kann ich momentan eben noch nicht machen.“

„Stehst du trotz der turbulenten Wochen, die hinter uns allen liegen, voll hinter deiner Entscheidung, bei der Borussia verlängert zu haben?“

Jens Kirchen: „Ich fühle mich hier absolut wohl und bin nicht unbedingt auf das Geld angewiesen. Unsere Fans unterstützen mich immer, ich habe auch einen guten Draht zu ihnen. Ich war immer ein Spieler, der seinen Vertrag erfüllt hat, ich habe hier noch einen Vertrag und werde auch definitiv Borusse bleiben.“

„Welche sind Grundsteine die jetzt für dich gelegt werden müssen, damit die kommende Saison erfolgreich gestaltet werden kann?“

Jens Kirchen: „Zuerst brauchen wir Struktur im Verein. Es muss in meinen Augen ein solides und ordentliches Sponsoring aus vielen kleinen Sponsoren aufgebaut werden. Jeder noch so kleine Sponsor (sei es, dass er ein Essen spendet) muss mit ins Boot genommen werden und dann funktioniert das auch auf Dauer. Bei Saar05 ist es beispielsweise ähnlich: sie haben keinen großen Sponsor, sondern unzählige kleine und sind bekanntermaßen sehr erfolgreich.“

„Du bist ja ganz nah an der Mannschaft dran, wie sieht es da von der Planung her für kommende Saison aus? Möchten einige gerne bei der Borussia bleiben?“

Jens Kirchen: „Mit Tim Cullmann, Yannick Bach und mir haben wir drei absolute Topspieler für nächstes Jahr. Für den Verein ist das schonmal eine gute Basis, die man jetzt mit Struktur füllen muss. Ich denke, dass dann auch viele bereit sind hier zu bleiben.“

„Man kann aber abschließend sagen, dass Borussia schon sterben müsste, damit du nicht mehr hier bist?“

Jens Kirchen: „Genau so! So lange es die Borussia gibt, bin ich auch hier!“

 

…und auch mit Felix Dausend haben wir uns unterhalten:

Felix Dausend in Bedrängnis (Foto: Th. Burgardt)

„Felix, bist du froh, dass das erste von zwei Spielen gegen Saar05 unentschieden ausgegangen ist, damit wir jetzt am Mittwoch in Saarbrücken voll loslegen können?“

Felix Dausend: „Da bin ich bei dir! Wir haben am Samstag auf beiden Seiten Chancen gesehen, wobei Saar05 in meinen Augen schon überlegen war. Mit dem 0:0 können wir gut leben und morgen gestärkt ins Pokalspiel gehen.“

„Du hattest am Samstag gute Chancen – hast du dir das Tor extra für Mittwoch aufgehoben?“ 😉

Felix Dausend: „Ja! (lacht). Nein ich hatte ein, zwei gute Chancen, aus denen mehr hätte werden können. Aber ein Tor am Mittwoch wäre schon besser.“ 😉

„Bei namhaften Vereinen wie Saarbrücken oder Elversberg hast du schon gespielt. Solch eine Situation wie sie in den vergangenen zwei Wochen im Verein vorherrschte war aber bestimmt auch für dich eine neue Erfahrung?“

Felix Dausend: „Mittlerweile sehe ich das nicht mehr so angespannt. Man hat jetzt gegen Saar05 zwei wichtige Spiele in der momentanen Phase, auf die wir uns konzentrieren sollten.“

„Pokalspiele sind bekanntermaßen Spiele, bei denen man sich als Spieler beweisen kann, auch für andere Vereine. Willst du dich für andere Vereine beweisen oder würdest du auch nächste Saison gerne in Neunkirchen sein?“

Felix Dausend: „Erst einmal fühle ich mich sehr wohl in Neunkirchen! Man muss aber, um genaue Aussagen treffen zu können, schauen, was die kommenden Wochen bringen. Als Spieler kannst du dich natürlich beweisen, denn wenn wir weiterkommen, stehen da Gegner wie der FC 08 Homburg oder die SV Elversberg auf dem Papier. Das sind die Spiele in der Saison, auf die man hofft, auf die man hinarbeitet. Der Pokal ist also schon eine große Sache! Ich hoffe, wir schaffen das am Mittwoch – für das Team und den Verein!“

„Wie hast du die „Aktion1000plusX“ wahrgenommen?“

Felix Dausend: „Ich spreche an dieser Stelle meinen vollsten Respekt aus! Was die Fans geleistet haben, war top! Mein Kompliment an alle Beteiligten!“

„Für dich war es das Spiel mit den meisten Zuschauern hier im Ellenfeld, oder? Hast du den Ellenfeldmythos gespürt?“

Felix Dausend: „Ja, ich glaube, das stimmt wirklich. Es war auch mal wieder schön diese Atmosphäre erleben zu dürfen- das ist es, was als Fußballer Spaß macht.“

„Auch an dich die Frage: Kommt der Kunstrasen in Saarbrücken euch zugute?“

Felix Dausend: „Spielerisch ist Saar05 eben schon enorm stark, aber ich denke, es wird uns beiden in die Karten spielen. Auch wir haben starke Kicker in der Mannschaft und ich vermute, das wird ein spannender und offener Schlagabtausch!“

Die Interviews führte Till Hust

Saar_05Wappen Borussia Neunkirchen

 

 

 

 

 

 

 

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