Borussia Neunkirchen - SV Gonsenheim

Remis in einem schwachen Spiel

Borussia Neunkirchen spielte in einer wenig ansehnlichen Partie gegen das Tabellenschlusslicht SV Gonsenheim 1:1 unentschieden. Überraschenderweise ging der Außenseiter in der ersten Halbzeit in Führung, Borussia gelang gegen Ende des Spiels noch der Ausgleich.

Was schon vor Anpfiff ins Auge fiel war, dass Borussia wieder in den traditionellen Trikotfarben schwarz und weiß auflief. Außerdem war der wieder genesene Kapitän Matthias Stumpf zurück, der sich mit viel Engagement ins Spiel einbrachte. Was den Ballbesitz betrifft, hatte Borussia in der ersten Halbzeit sicherlich ein Übergewicht. Allerdings konnte unsere Mannschaft dies nicht ausnutzen, da man kaum über die Mittellinie hinauskam. Gonsenheim stand als Außenseiter defensiv und beschränkte sich darauf, vereinzelte Konter zu setzen, die aber immerhin zu Chancen führten. Etwa bei einem Kopfball, der länger und länger wurde und bei dem sich Sebastian Grub richtig strecken musste (11. Min.). In der 31. Min. passierte es dann: Nach mehreren Abstimmungsproblemen in der Borussenabwehr, die den Ball einfach nicht vor dem eigenen Tor wegbekam, konnte sich der Gonsenheimer Dennis Kirn auf Höhe der Strafraumgrenze den Ball auf den rechten Fuß legen. Nachdem zunächst noch ein Borusse dazwischen war, landete der Ball erneut bei Kirn, der wieder mit rechts abschloss. Diesmal landete der Ball im Netz und es stand 0:1.

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Wirkte die Mannschaft von Borussia Neunkirchen von Beginn an hektisch, etwa durch ungenaues Passspiel, so trat nun zur Hektik noch Verunsicherung hinzu. An dieser Stelle muss auch etwas zu der Leistung einiger Zuschauer auf der Gegengerade gesagt werden. Niemand hat etwas dagegen, wenn ein etwaiger Unmut über die eigene Mannschaft kundgetan wird. Aber wenn Einwechslungen bei Borussia schon mit „Pfui“- und „Buh“-Rufen kommentiert werden, sollten sich die entsprechenden Personen überlegen, was ein solches Verhalten unserer Borussia in diesem Moment nutzen soll.

Auf dem Rasen ging es aus Borussenperspektive ähnlich destruktiv weiter. Nach einem Zweikampf auf halblinks verlor Arif Karaoglan die Nerven und trat gegen seinen Gegenspieler nach (35. Min.). Dem Schiedsrichter blieb keine Wahl und er zeigte glatt Rot. Gerecht, weil in einer solchen Szene die Entscheidung auf der Hand liegt, ungerecht, weil Borussia bis dahin die fairere Mannschaft war. Es war gerade Karaoglan, der mehrfach von den Gonsenheimern hart angegangen und mehrfach zu Fall gebracht wurde (u.a. 6. Min., 16. Min. und 28. Min.). Dennoch darf man solche Provokationen des Gegners selbstverständlich nicht annehmen, sondern muss Ruhe bewahren.

Bis zum Ende der ersten Halbzeit gab es noch einige Distanzschüsse auf beiden Seiten und noch eine gute Chance für Borussia. Nach einem Foul an Pascal Olivier zog Guillaume Paul den folgenden Freistoß von rechts mit dem linken Fuß scharf vors Tor. Durch eine Kopfballverlängerung war SVG Torwart Axel Braun gezwungen den Ball mit der rechten Hand über die Torlatte zu lenken. Der fällige Eckball wurde nicht mehr ausgeführt, da die Nachspielzeit der ersten Halbzeit schon überschritten war.

In der zweiten Hälfte kam es auf der rechten Defensivseite der Borussia zu einer Tätlichkeit gegen Philipp Kerber. Da sich die Szene direkt vor der Reservebank der Gäste abspielte, kam es danach noch zu einem Disput zwischen Kerber und dem Gästetrainer, was aber für beide ohne Konsequenzen blieb. Auch die Tätlichkeit gegen Kerber blieb ungeahndet (47. Min.).

Borussia war nun gezwungen, etwas weiter aufzurücken und stand bekanntlich nur mit 10 Mann auf dem Platz. Beides verschaffte den Gästen mehr Platz, der aber glücklicherweise nicht genutzt werden konnte. So sah man von den Gonsenheimern in der zweiten Halbzeit in erster Linie Distanzschüsse, die meistens ungefährlich waren (52. Min., 55. Min., 65. Min., 74. Min.). Hervorzuheben ist nur ein Schuss in der 71. Minute, den Grub aber durch eine Glanzparade parieren konnte. Belebend für das Spiel der Borussia wirkte die Einwechslung von Tim Cullmann (61. Min.). Ab diesem Zeitpunkt gab es zumindest einige Strafraumszenen, in denen SVG-Torwart Braun eingreifen musste, z.B. bei einer Flanke von Waldemar Schwab, die vors Tor gezogen war (64. Min.) oder einem Freistoß Pauls vom rechten Strafraumeck (76. Min.).

Borussia zeigte nun endlich das Spiel, welches alle Anwesenden erwartet hatten. Endlich wurde auf den Ausgleich gedrängt und gekämpft. Für den Kampf der letzten Minuten wurde man in der 83. Minute mit einem Elfmeter belohnt. Zuvor war Olivier von rechts in den Strafraum eingedrungen und niedergegrätscht worden. Den Strafstoß verwandelte Olivier selbst zum 1:1. Anschließend eine sinnbildliche Szene für die letzten Minuten: Kapitän Matthias Stumpf rennt ins Tor, um den Ball aus dem Netz zu holen, kurz: Die Mannschaft war motiviert, noch zu gewinnen. Leider reichte die Zeit hierzu nicht mehr aus.

Fazit: In den letzten Minuten zeigte die Mannschaft, was in ihr steckt. Genau einen solchen engagierten Fußball wollen die Zuschauer sehen. Unnötig zu erwähnen, dass die vorherigen 70 Minuten nicht schön anzusehen waren. Daher versprach Trainer Kurt Knoll auch in der anschließenden Pressekonferenz, die Mannschaft werde gegen Eisbachtal „ein anderes Gesicht zeigen“ und versuchen, drei Punkte zu holen. Tritt man so auf wie in den letzten Minuten gegen Gonsenheim, dürfte dem nichts im Wege stehen.

Neunkirchen: Grub, Frank, Kerber (61. Cullmann), Neumeier, Paul, Olivier, Stumpf, Monostori (32. Dahl), Delic (61. Schuberth), Schwab, Karaoglan. Trainer: Knoll

Gonsenheim: Braun, Schneider, Gsimbsl, Itjeshorst, Schmaus, Neff, Kosho (30. Dadachev), Haack (67. Hok), Pennella, Hasselwander (64. Keyhanfar), Kirn. Trainer: Collet

Tore: 0:1 Kirn (31. Min.), 1:1 Olivier (83. Min.)

Zuschauer: 350

Schiedsrichter: Matthias Hennig

Gelbe Karten: Frank (61.), Olivier (79.) – Kirn (22.), Pennella (28.), Itjeshorst (37.), Braun (79.), Gsimbsl (83.), Schmaus (88.)

Rot: Karaoglan (35.)

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