Le Havre – Aschaffenburg - Neunkirchen
Damien Letellier: Le Havre – Aschaffenburg - Neunkirchen
Der rechte Flügelflitzer macht schon jetzt Appetit auf mehr
Für Überraschungen ist er immer zu haben. Seit Yilmaz Örtülü im Juli seine Mission bei Borussia Neunkirchen startete, hat er manchen Spieler aus dem Hut gezaubert, den hier niemand auf der Rechnung hatte. Namen wie Arif Karaoglan oder Isaac Ojigwe hätte man bislang nicht im Ellenfeld erwarten dürfen. Zwei Wochen vor Ablauf der Wechselfrist hat er nun mit dem Franzosen Damien Letellier einen weitern Beweis für seine Umtriebigkeit geliefert.
Der Mittelfeldspieler mit den flinken Beinen wurde buchstäblich kurz vor zwölf am Tag des Spiels gegen Auersmacher unter Vertrag genommen. Er stellte sich auf Fürsprache von „Ice“ Ojigwe bei Örtülü und Histing vor. Bereits nach gerade mal zwei Trainingseinheiten war für den erfahrenen Coach klar: „Der Junge kann uns weiter helfen“. Im Spiel gegen Auersmacher wurde er in der 80. Spielminute eingewechselt und zeigte in aller Kürze, was er drauf hat. Kaum vom Ball zu trennen und pfeilschnell. Auf diese Weise bereitete er das sechste und letzte Tor gegen den überforderten Aufsteiger durch Angelo Dal Col vor. Das erste Tor in der Partie gegen den FC 08 Homburg hatte er eigentlich auch vorbereitet, aber Schiri Wagner versagte bereits in der ersten Spielminute den berechtigten Elfmeter.
Ins Ellenfeld wechselte der 23-Jährige von Viktoria Aschaffenburg, wo er mit Ojigwe gespielt und dabei seit Januar 2008 10 Oberliga und 26 Regionalligaspiele absolvierte. Eine langwierige Verletzung verhinderte, dass die Bilanz höher ausfiel. Vor seinem Engagement beim hessischen Regionalligisten (er trainierte dort unter Andi Möller und Ronald Borchers) kickte der junge Franzose in und um seine Heimatstadt Le Havre in der Normandie. Nach dem Abitur und einem einjährigen Intermezzo als Jurastudent suchte Damien Letellier allerdings eine neue Herausforderung. „Ich hatte in der Schule bereits Deutsch gelernt und dachte mir, dass ich meine Sprachkenntnisse in Deutsch am besten in Deutschland selbst verbessern könnte“, verrät er seine Motivation.
Die Geschichte ist bekannt: Aschaffenburg zog sich in diesem Jahr aus wirtschaftlichen Gründen aus der Regionalliga zurück. Damit war der Weg frei, sich einen neuen Verein zu suchen. Dass es Borussia Neunkirchen wurde lag daran, dass Kumpel Ojigwe hier angeheuert hat und auch daran, dass „ich mich hier von Beginn an richtig wohl gefühlt habe“. Zurzeit wohnt er noch mit „Ice“ zusammen, ist aber auf der Suche nach einem kleinen, möblierten Appartement.
Nach dem Unterschied zwischen deutschem und französischen Fußball gefragt, stellt Damien Letellier heraus: „In Frankreich wird insgesamt defensiver gespielt. Taktik und Technik stehen hier im Vordergrund. Bloß nicht verlieren lautet die Devise.“ In Deutschland dagegen gehe man robuster zu Werk und suche sein Heil mehr im Angriff. Seine bisherigen Leistungen im Trikot Borussias bezeichnet er selbst als „so la la“. „Ich brauche noch zwei, drei Wochen, sagt er selbstkritisch, bis ich in bester Verfassung bin. Konditionell müsse er noch zulegen. Kein Wunder, befindet er sich doch erst seit zwei Wochen wieder im Training. Was man bislang allerdings von ihm gesehen hat, lässt hoffen. Auch seine Einstellung: „Wir müssen noch aggressiver werden und vor allem flach und direkt spielen“, fordert er. Mit Isaac hat er das erfolgreich in Aschaffenburg bereits exerziert. Na dann los!
Damien Letellier bei seinem ersten
Oberliga-Einsatz für Borussia Neunkirchen




