Borussia - Tasmania Berlin

Paul Pidancet wird 80!

Ex-Borussia feiert runden Geburtstag in seiner Trierer Heimat – Borussia gratuliert!

Paul Pidancet blättert in seinem Fotoalbum. Fein säuberlich sind die Bilder eingeordnet in Klarsichtfolien. Alles in schwarz-weiß, manches ist leicht vergilbt. 55 Jahre und länger liegt die Zeit zurück, in der er im schwarz-weißen Dress der Borussia, anfangs noch mit traditionellem Brustring, aktiv war. 89 Spiele absolvierte der Stürmer von 1961 bis 1966 in Oberliga und Bundesliga für Neunkirchen, erzielte 28 Tore. Der 80jährige blickt noch heute gerne auf diese Zeit zurück: „Das waren sehr schöne fünf Jahre, die Atmosphäre im Verein war sehr familiär.“

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Größter sportlicher Erfolg: Der Aufstieg in die Bundesliga! Nach einem 1:0 im Saarbrücker Ludwigspark an einem heißen Sommertag gegen Tasmania Berlin war es soweit. Borussia hatte den favorisierten Bayern ein Schnippchen geschlagen – und Paul Pidancet war auf dem Rasen dabei! Die Feier in den Straßen der Stadt ist ihm noch in lebhafter Erinnerung: „Da war Neunkirchen zu klein, alles war auf den Beinen!“

Als 9jähriger hat er seine fußballerische Laufbahn im Trierer Stadtteil Heiligkreuz beim VfL Trier begonnen, spielt mit 17 Jahren in der ersten Mannschaft und folgt dem Ruf des Lokalrivalen Eintracht, wo er gemeinsam mit dem „blonden Engel“ Elmar May für Furore sorgt. Mit May zusammen wechselt Paul Pidancet, auch vom 1. FC Saarbrücken umworben, ins Ellenfeld. Arbeit findet er in der Stadtverwaltung Neunkirchen – neben Eisenwerk und Schlossbrauerei damals wichtiger Stellengeber der Spieler. „Wir haben fast ausnahmslos neben dem Fußball noch gearbeitet. Der Verdienst durch den Fußball war nicht mehr als ein Zubrot“, weiß er zu erzählen. Auch in der Bundesliga wird nicht mehr als dreimal in der Woche trainiert, dazu ein Tag zur Regeneration. Paul Pidancet und Borussia absolvieren unter Trainer Horst Buhtz ein sensationelles erstes Jahr in der Bundesliga, landen am Ende auf Platz 10 und lassen traditionsreiche Clubs wie Stuttgart, Hertha BSC, Kaiserslautern und Schalke 04 hinter sich. „Kampfgeist und toller Teamgeist“ sind für Pidancet die entscheidenden Faktoren. „Oft haben wir nach dem Training noch etwas zusammen unternommen. Auch das hat uns zu einer Einheit gemacht.“ Da fast alle Spieler aus der Region kommen, ist auch die Identifikation der Fans mit der Mannschaft hoch. Rund 20.000 Anhänger pilgern im Schnitt pro Spiel ins Ellenfeld. „An Spieltagen war die Stadt dicht“, erzählt Pidancet, der bedauert, „dass das Teamgefüge im zweiten Jahr nicht mehr so gut war. Deshalb sind wir dann auch abgestiegen.“ PIdancet kehrt 1966 nach Trier zurück, lässt die Spielerkarriere bei der Eintracht und beim SV Leiwen ausklingen. Als Trainer gibt er noch ein paar Jahre lang beim VfL Trier, in Leiwen und beim FSV Salmrohr seine Erfahrungen an junge Fußballer weiter.

In seiner Borussia-Zeit hat er 1962 geheiratet, in 55 Jahren Ehe Freud und Leid mit seiner Gattin geteilt. Der Tod einer der beiden Söhne vor fünf Jahren an einem Herzinfarkt hat die beiden schwer getroffen. „Aber geteiltes Leid ist halbes Leid, wir haben auch das zusammen durchgestanden“, sagt seine Frau. Drei Enkel hat das Ehepaar Pidancet, alles Jungs. Zwei davon spielen Fußball, aber ohne große Emotionen. „Aber sie sind dennoch stolz, wenn sie erzählen, dass der Opa mal Bundesliga gespielt hat“, so Paul Pidancet.

Am Freitag, 8. September, wird der ehemalige Borusse 80 Jahre alt. Wenn er in seinem Fotoalbum blättert, kommen immer mehr Erinnerungen zurück. „Ich könnte ein Buch schreiben“, sagt er und lächelt. Wenn er an seinem 80. Geburtstag mit seiner Familie in seiner Heimat in Trier-Medard feiert, wird er viel zu erzählen haben. Auch aus seiner Zeit bei Borussia. Borussia Neunkirchen gratuliert Paul Pidancet ganz herzlich zum Ehrentag und wünscht alles Liebe und Gute, Gesundheit und Zufriedenheit. Ad multos annos, Paul Pidancet!

Weitere interessante Geschichten mit Paul Pidancets gibt es im neuen Stadionmagazin „Blick ins Ellenfeld“ zum Heimspiel gegen die SG Ottweiler/Steinbach am Sonntag (Anstoß: 15.00 Uhr) zu lesen. Unsere Fotos (aus Paul Pidancets Privatarchiv) zeigen unseren ehemaligen Stürmer in Spielen gegen Tasmania Berlin, 1860 München, Alemannia Aachen und den FK Pirmasens in Aktion. (-jf-)

Borussia - 1860 München
Borussia - Alemannia Aachen
Borussia - FK Pirmasens