Nico Patschinski traf im ersten Spiel gleich zwei Mal (Foto: Th. Burgardt/borussia-online.de)

Nachlese: Zweimal „Patsche“, drei Punkte

Selten war die Vorfreude auf den Rückrundenstart so groß wie in diesem Jahr, denn viel hat sich bei Borussia getan in der Winterpause. So strömten am Samstag etwa 600 Zuschauer ins Ellenfeld, gespannt auf Trainer Paul Linz und Neuzugang Nico Patschinski, der beim 3:2 gegen den SV Auersmacher gleich zwei Tore beisteuerte.

Neben Patschinski schickte Linz bei wunderbarem Fußballwetter auch die anderen beiden Neuen, Fabio Fuhs und Deniz Siga, auf den Rasen. Sie alle zeigten ein starkes Debüt im neu designten Borussen-Trikot. Schon nach knapp drei Minuten wurde im Stadion das erste Mal gejubelt: Siga, der neue Mann aus Erfurt, köpfte nach einer Flanke ins gegnerische Tor. Schiedsrichter Alexander Rausch wollte in dieser Szene jedoch ein Foul gesehen haben. Er gab das Tor nicht. Trotzdem spielte die Borussen-Elf weiter munter auf. Insgesamt hatte die Mannschaft zu Beginn mehr Ballbesitz und spielte deutlich engagierter. Ex-Bundesliga-Profi Patschinski zeigte nach knapp sieben Minuten erstmals seine Stürmerqualitäten. Nachdem er sich im Strafraum durch die Abwehr gekämpft hatte, verfehlte sein Rechtsschuss nur knapp das Gehäuse.

Werbung


Auch wenn Fußballlehrer Linz die Mannschaft erst seit fünf Wochen betreut, konnte man schon viele sehr gute Ansätze beobachten. Da fiel der ein oder andere Fehlpass kaum ins Gewicht. Das Team schaltete schnell und verlagerte sein Spiel immer wieder schön auf die linke und rechte Spielfeldseite. Unterstützt wurde das Zusammenspiel von Borussen-Keeper Sebastian Grub, der heute mit wunderbaren Abwürfen glänzte.

In der 15. Minute bediente Gästetorwart Christian Hollinger mit einem langen Abschlag den flinken Jörg Rau, dessen Schuss nur knapp am rechten Pfosten vorbeizischte. Nach 24 Minuten schlug Auersmacher erneut den Ball nach vorne. In dieser Szene sah die Neunkircher Abwehr nicht so gut aus, und so konnte Rau mit einem Lupfer über Grub für das 1:0 sorgen.

Als die Gäste ihre Führung gerade erhöhen wollten, zeigte die Linz-Elf eine schöne Kombination über Christian Frank und Siga, die bei Patschinski ihren Abschluss fand. Der gebürtige Berliner nahm die Flanke von Frank direkt aus der Luft und versenkte den Ball im linken Toreck. Das Spiel wurde von Minute zu Minute unterhaltsamer und entwickelte sich allmählich zu einem der packendsten Spiele, die man in der letzten Zeit im Ellenfeld sehen konnte.

Patschinski, der das ganze Spiel über rackerte und immer wieder seine Klasse unter Beweis stellte, sollte für seinen Einsatz später noch einmal belohnt werden. Zunächst aber verhinderte Torwart Grub in der 54. Minute mit einer spektakulären Parade den erneuten Rückstand. Nach einer knappen Stunde ließ „Patsche“ dann alle Neunkircher Herzen höher schlagen: Nach einer Flanke umspielte der Stürmer zwei, drei Gegenspieler, bevor er den Ball mit viel Gefühl in den Winkel bugsierte. Diese Führung gab der jetzt dominierenden Mannschaft noch mal einen Push.

Zehn Minuten vor Schluss dann der Schock für alle Neunkircher Anhänger: Wieder nach einem langen Anspiel schob Jörg Rau den Ball durch Grubs Beine. In seiner Entstehung war das Tor fast eine Kopie des ersten Treffers. „Da haben wir dumm ausgesehen“, gab Linz im SR-Fernsehen später offen zu. Der Ärger aber hielt sich in Grenzen, denn auf der anderen Seite erzielte Pascal Olivier in der 90. Minute vom Boden aus doch noch das erlösende 3:2. Vorangegangen war eine sehenswerte Vorarbeit von Jaba Bebua, der fast die komplette Abwehr der Gäste düpiert hatte.

Borussia erkämpfte sich also in einem sehr sehenswerten Derby den Sieg und machte dabei Lust auf mehr. „Ich wäre heute auch mit einem Unentschieden zufrieden gewesen, denn ich konnte sehen, dass die Jungs versuchen, das umzusetzen, was wir die letzten Wochen trainiert haben“, sagte Linz. Doppel-Torschütze Patschinski erklärte im Interview mit borussia-neunkirchen.de: „Über meine beiden Treffer hätte ich mich bei einem Unentschieden nicht so gefreut, denn dann hätten sie nicht wirklich viel gebracht. Nun bin ich aber mit dem Ergebnis sehr zufrieden, wobei ich mich am meisten über das 3:2 gefreut habe.“

Schreibe einen Kommentar