Christin Schmidt ist der Kapitän der Frauenmannschaft

„Möchte Vertrauen in Erfolg umsetzen“

Sie ist 22, von Beruf Einzelhandelskauffrau und seit dieser Saison Kapitänin der ersten Frauenmannschaft, die Borussia Neunkirchen je hatte. Die Rede ist von Christin Schmidt, die mit vollem Elan ihr besonderes Amt angeht. Im Interview spricht sie über den Stellenwert dieser Aufgabe, die Entstehung der Mannschaft und ihre Ambitionen.

Christin, ab dieser Saison wird erstmals eine Frauenmannschaft bei der Borussia ins Rennen gehen. Warum hat der Borussia Frauenpower gefehlt?

Werbung


Christin Schmidt: Meiner Meinung nach, gehört in der heutigen Zeit Frauenfussball dazu und wird immer mehr an Popularität hinzugewinnen. Deswegen war es an der Zeit, dass Borussia Neunkirchen als Traditionsverein eine Frauenmannschaft gegründet hat.

Noch nie haben Frauen bei der Borussia gespielt. Jetzt bist du Kapitänin. Welche Bedeutung hat für dich diese Rolle?

Christin Schmidt: Es wird eine große Herausforderung und Verantwortung, die Rolle als Kapitänin innerhalb der Mannschaft auszuüben. Gleichzeitig versuche ich, das in mich gesetzte Vertrauen in Erfolg umzusetzen.
Mein Augenmerk wird darauf liegen, die neu gegründete Mannschaft als Einheit zu formen und in der Öffentlichkeit gut zu repräsentieren.

Lass uns mal ein bisschen weiter ausholen. Wie kam es zu der Gründung?

Christin Schmidt: Entstanden ist die Idee, als die Damenmannschaft in Furpach etwas zu bröckeln begann. Einige unserer jetzigen Spielerinnen, z.B. Denise Delles und Nora Rinder, bemühten sich, erneut ein Team auf die Beine zu stellen. Schnell fanden sich einige zusammen, die nochmal gemeinsam auf dem Platz stehen wollten, vor allem die, die schon früher in der Jugend in einer Mannschaft gespielt hatten. Der Verein war auch schnell klar, da der Vater von Denise, Stefan Delles, schon seit mehreren Jahren bei der Borussia eingebunden ist und sich dazu bereit erklärt hat, alles Weitere in die Wege zu leiten.
Auch als Trainer konnte es nur einen geben: es musste Oliver Rinder sein, da er schon Jugend-Trainer gewesen war. Als wir dann zusätzlich jegliche Unterstützung seitens des Vorstands (Herr Ferarro) zugesichtert bekamen, war der Grundstein gelegt.

Nach welchen Kriterien wurde die Mannschaft zusammengestellt?

Christin Schmidt: Kriterien gab es keine. Jeder, der wollte und immer noch will, ist bei uns herzlich willkommen! Je mehr Spielerinnen, desto besser. Auch über Spielerinnen ohne Erfahrung würden wir uns freuen.

Kannst du uns die Mannschaft ein wenig vorstellen?

Christin Schmidt: Ein großer Teil des Kaders besteht aus der früheren Jugendmannschaft aus Wellesweiler, die auch dort schon unter der Führung von Oliver Rinder gespielt hatte: Isabelle Biehl, Jasmin Jäckle, Helena Kiefer, Denise Delles, Jessica Woll, Denise Fleischmann und Nora Rinder. Die übrigen Spielerinnen kommen aus verschiedenen saarländischen Vereinen.

Wie waren deine Eindrücke von der Vorbereitung? Was erwartet euch in der Bezirksliga? 

Christin Schmidt: Unser Trainer Oliver Rinder weiß genau, wo unsere Stärken und Schwächen liegen. Unsere Vorbereitung, die von Training zu Training sehr gut besucht war, brachte vieles mit sich, vor allem Schweiß und Muskelkater. Es galt, den inneren Schweinehund zu überwinden, was hoffentlich jeder zur Zufriedenheit unseres Trainers schaffte.
In der Bezirksliga Ost erwarten uns auf jeden Fall Gegner, die nicht zu unterschätzen sind.

Wie ist das Gefühl, das „Goldene B“ auf der Brust tragen zu dürfen?

Christin Schmidt: Es macht uns stolz, da Borussia Neunkirchen einer DER Traditionsvereine im Saarland ist!

Borussias erste Frauenmannschaft mit Giuseppe Ferraro

Warum ist der Frauenfußball auf dem aufsteigenden Ast?

Christin Schmidt: Ein Grund sind die erfolgreichen Ergebnisse unserer deutschen Frauennationalmannschaft. Das stetig steigende Niveau der Frauenbundesliga und das daraus resultierende Gewinnen der Champions League durch die Wolfsburger Frauen begeistert größere Teile der Gesellschaft.

Wie empfindest du das Umfeld des Vereins?

Christin Schmidt: Das, was ich seit sechs Wochen über das Umfeld mitbekomme, ist super! Der Kunstrasenplatz neben dem Ellenfeldstadion ist sehr gut bespielbar und alles andere wird sich zeigen.

Wie würdest du dich selbst charakteresieren und wie definierst du dein Amt?

Christin Schmidt: Generell als sehr ehrgeizig. Ich habe hohe Ansprüche an mich selbst und versuche, der Mannschaft die notwendige Unterstützung zu geben, um souverän in unsere erste Saison zu starten.
In der Regel bin ich sehr pflegeleicht, auch wenn es ab und zu schon mal vorkommen kann, dass mein Temperament mit mir durchgeht 😉

Du bist auch eine der erfahrenen und „älteren“ Spielerinnen – fiel deshalb die Wahl auf dich?

Christin Schmidt: Dazu kann ich nichts sagen, da ich bei der Wahl selbst dabei war. Deshalb habe ich mir die Meinung meiner Mitspielerin Nora eingeholt: „Im Training hat sich von Anfang an gezeigt, wer der Kopf der Mannschaft ist. Obwohl Christin neu dazu gestoßen ist und niemand sie kannte, gab es keinerlei Probleme und wir haben uns direkt gut verstanden. Sie ist offen und wie schon gesagt, eine der ältesten und erfahrenen Spielerinnen, was meiner Meinung nach wichtig ist, denn ein Kapitän muss auch eine Respektperson sein.
Außerdem muss der Trainer mit dem Kapitän kommunizieren können und auch seine Wahl fiel direkt auf Christin.
Wir sind uns sicher, das Christin dieses Amt gut meistern wird.“

Was sind eure Ziele als Mannschaft?

Christin Schmidt: Ganz klar steht an erster Stelle, dass wir als Team zusammenwachsen. Ein Hauptaugenmerk liegt darauf, eine gute Kameradschaft innerhalb unserer Mannschaft aufzubauen. Jede Spielerin wird mit Sicherheit von Spiel zu Spiel das Beste geben und alles Weitere wird man sehen.

Frauenfussball und Borussia, das passt weil…?

Christin Schmidt: …weil Borussia ein Traditionsverein ist und wir mit unserem Engagement das Ansehen des Vereins im sportlichen Bereich gut darstellen wollen.

Warum darf man sich eure Spiele im Terminkalender schon einmal fett markieren?

Christin Schmidt: Wir werden versuchen, einen attraktiven und erfolgreichen Fussball zu spielen. Ich bin davon überzeugt, dass wir in jedem Spiel unsere beste Leistung abrufen wollen, um unsere Anhänger für uns zu begeistern.

Welche Worte möchtest du an die Fans und Anhänger des Vereins richten?

Christin Schmidt: Zuerst einmal möchte ich mich bei unserem Trainer Oliver Rinder und Betreuer Stefan Delles bedanken, die uns mit Rat und Tat zur Seite stehen und uns auf die kommende Saison 2014/15 vorbereiten.
Im Namen der Mannschaft bedanke ich mich ebenfalls bei unserem Vorstand des Vereins, welcher uns die Möglichkeit gibt und hoffentlich weiterhin geben wird, unsere Leidenschaft für den Fussball bei Borussia Neunkirchen ausüben zu dürfen.
Ich bitte alle Fans und Anhänger der Borussia, unsere neugegründete Frauenmannschaft anzunehmen und uns mit dem Besuch unserer Spiele zu unterstützen.
Zum Schluss wünsche ich dem Jugend- und Aktiven-Bereich der Borussia eine erfolgreiche Saison 2014/15!!!

Herzlichen Dank für das ausführliche Interview Christin und alles Gute für Dich und deine Mannschaft in eurer ersten Saison bei der Borussia!!!

Das Interview führte Till Hust

Schreibe einen Kommentar

newsletter software