Daniel Paulus ist der neue Mann an Borussias Seitenlinie

„Möchte eine Mannschaft, die sich für die Borussia reinhaut“

Mit seinen 34 Jahren hat Daniel Paulus sowohl als Spieler als auch als Co-Trainer schon vieles im Fußball erlebt, doch zur kommenden Saison ist er erstmals alleiniger Cheftrainer von Borussia Neunkirchen. Im Interview spricht der Sportwissenschaftler über seine neue Herausforderung, persönliche Einstellungen und das Gesicht seiner zukünftigen Mannschaft.

Herr Paulus, seit knapp einer Woche ist bekannt, dass sie der neue Mann an Borussias Seitenlinie werden. Wie zufrieden sind Sie mit dieser Entscheidung?

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Daniel Paulus: Die Entscheidung für die Borussia fiel relativ schnell und spontan. Ich sehe dies als tolle Herausfordeung und als Chance als junger Trainer in einem Traditionsverein zu arbeiten, die große Chancen aber auch Risiken in sich birgt.

Was hat den Ausschlag für Neunkirchen gegeben?

Daniel Paulus: Das Angebot kam zum richtigen Zeitpunkt. In Zweibrücken wurde eine externe Trainerlösung bevorzugt und ich sah jetzt den richtigen Zeitpunkt hauptverantwortlich zu arbeiten.

Obwohl sie bis dahin noch nicht wussten, in welcher Liga ihre Mannschaft spielen wird?

Daniel Paulus: Das ist richtig, aber ich hätte die Borussia auch in der Saarlandliga trainiert, wobei dies schon bitter für alle Beteiligten gewesen wäre.

Unter der Woche fiel dann die Entscheidung, dass es auch in der kommenden Saison Oberligafußball im Ellenfeld zu sehen gibt. Wie groß war darüber die Erleichterung?

Daniel Paulus: Wir sind alle heilfroh, dass letzendlich die Oberliga gehalten werden konnte. Es muss jetzt aber auch so etwas wie eine kleine Aufbruchstimmung zustande kommen, wieder nach vorne geschaut werden, damit die Borussia wieder in ruhigere Fahrwasser gelangt.

Wie haben sie die letzten Monate der Borussia verfolgt?

Daniel Paulus: In der Wintervorbereitung haben wir mit ZW ja noch hier ein Testspiel verloren und natürlich verfolgt man jedes Wochenende immer die Mannschaften, die im Umkreis spielen.

Was wollen sie ändern, was fehlt und wie soll ihr Kader aufgebaut sein?

Daniel Paulus: Ich bin momentan dabei mir einen Überblick zu verschaffen, nachdem ich bis letzten Sonntag noch in Urlaub war. Man muss mit Sicherheit in allen Bereichen dafür sorgen, dass mehr Professionalität einkehrt, das geht jedoch nicht von heute auf morgen, sondern nur in kleinen Schritten. Der Kader soll aus einigen Erfahrenen bestehen, die als Vorbilder vorneweggehen und rund herum brauchen wir junge und willige Spieler, die sich weiterentwickeln wollen.

Seit 2010 waren sie erfolgreich Co-Trainer in Zweibrücken, war es jetzt einfach Zeit für etwas Neues?

Daniel Paulus: Wie bereits erwähnt, sehe ich hier eine Chance mich als junger Trainer zu beweisen und etwas aufzubauen. Zweibrücken liegt mir schon am Herzen, da ich dort einen Großteil meiner Karriere verbracht habe, aber jetzt beginnt das spannende Kapitel Borussia Neunkirchen, und ich freue mich sehr darauf.

Was zeichnet die Borussia aus?

Daniel Paulus: Die Borussia lechzt wie jeder andere Traditionsverein nach besseren Zeiten und Erfolgen, die kann man aber nicht erzwingen, sondern muss sich das sukzessive erarbeiten. Die emotionale Bindung der Fans und der Verantwortlichen ist sehr hoch, die gilt es in positive, gemeinsame Bahnen zu lenken.

Welche Rolle spielen Cullmann, Kizmaz, Haliti, Kirchen und Flauss, die bereits verlängert haben, in ihren Planungen?

Daniel Paulus: Alle Spieler, die bereits verlängert haben, besitzen absolute Qualität um erfolgreichen Oberligafußball zu spielen, das haben sie schon bewiesen. Sofern die Leistung auf dem Platz stimmt, werden diese Spieler auch ein wichtiger Bestandteil unserer Mannschaft sein.

Wie sehen jetzt ihre Wochen bis zum Trainingsstart aus?

Daniel Paulus: Ich führe sehr viele Telefonate und Gespräche mit Spielern und der Vereinsführung, hier geht es darum eine schlagkräftige Truppe auf die Beine zu stellen und einige organisatorische Dinge zu regeln, wie z.B. den Trainingsplan oder den Vorbereitungsplan mit Testspielen.

Wie ticken sie privat und was ist ihre Trainerphilosophie?

Daniel Paulus: Ich denke, dass ich ein ganz umgänglicher Typ bin, aber das sollten besser andere beurteilen.
Als Trainer habe ich eine klare Vorstellung von Training und Spiel. Wir werden im Training intensiv und hart arbeiten, nur so hat man dauerhaften Erfolg, sich ausruhen gibt es bei mir nicht. Grundsätzlich lege ich großen Wert auf taktische Disziplin und Ordnung auf dem Platz und präferiere ein laufintensives Spiel mit Pressing und einem schnellen Umschaltspiel, sowohl bei Ballgewinn als auch bei Ballverlust.

Was dürfen wir nach dieser Saison der Extreme in der kommenden Runde erwarten?

Daniel Paulus: Es ist für alle eine gewisse Ungewissheit dabei nach dieser Saison, das ist klar.
Eine genaue Prognose bzgl. Tabellenplatz oder Saisonzielen wäre verwegen. Wir möchten uns stabilisieren und eine konstante Saison spielen, mit einer Mannschaft, die sich in jedem Spiel leidenschaftlich für die Borussia reinhaut und in der ein Mannschaftsgeist zu spüren ist.

Welche Worte möchten sie abschließend an alle Fans richten?

Daniel Paulus: Ich wünsche mir, dass die Fans der Mannschaft eine Chance geben, die letzte Saison vergessen zu machen.
Nur im Verbund Verein, Mannschaft und Fans sind wir stark, das müssen wir verinnerlichen, in guten, aber auch in schwierigen Zeiten.

Herzlichen Dank für das Interview und alles Gute für ihre erste Saison im Ellenfeld!

Das Interview führte Till Hust

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