Matthias Woll zum 75. Geburtstag

Matthias Woll (Foto: Th. Burgardt/borussia-online.de)Nur wenige haben sich um Borussia Neunkirchen so verdient gemacht wie Matthias Woll. Ohne ihn, das ist sicher, würde es den Verein längst schon nicht mehr geben. Weshalb es Symbolcharakter hat, dass der Neunkircher Unternehmer im Jahr des 100-jährigen Bestehens der Borussia auch deren Vorsitzender war. Wer ihn damals, im Juli 2005, bei den Feierlichkeiten im Bürgerhaus erlebte, der weiß, wieso Matthias Woll das erste Amt im Verein später abgab.

Verwantwortung hat er nie gescheut, aber in der ersten Reihe zu stehen und öffentlich alle Aufmerksamkeit auf sich zu ziehen, das behagte ihm nicht. Man könnte sich Matthias Woll durchaus in einer Stadt wie Hamburg vorstellen, wo es unter den Kaufleuten viele Stifter und Mäzene gibt. Aber seine Heimat, das ist nun mal: Borussia Neunkirchen.

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Schon sein Großvater, verriet Woll vor Jahren einem Journalisten, habe die Borussia finanziell unterstützt. Aber darüber, was ihn und seine Familie, deren VKV GmbH die Region mit frischem Obst und Gemüse versorgt, dieser Verein über die Jahrzehnte gekostet hat, schweigt er aus Bescheidenheit. Lieber erzählt er aus seiner Kinderheit: „Im Elternhaus wurde montags und dienstags ein Thema besonders gepflegt: das zurückliegende Spiel der Borussia“, so Woll. „Ab Mittwoch verhackstückten wir die kommende Partie.“

Matthias Woll, der dem Verein bereits 1948 beitrat, der Ältestenrat, Aufsichtsrat und Vorsitzender war, erweckt den Eindruck, als habe er von der Borussia mehr empfangen als umgekehrt. Was sie ihm auf jeden Fall geschenkt hat, sind unzählige Erinnerungen. „Wir fuhren nach dem Krieg, als wieder Fußball gespielt wurde, mit einem LKW, auf dessen Ladefläche Obst- und Bananenkisten als Sitzflächen für circa 20 Fans dienten, zu Spielen nach Pirmasens oder Saarbrücken. Das hat uns Kinder geprägt“, erinnert er sich.

Was in diesen Geschichten als Motiv immer wiederkehrt, ist das Zusammensein, die Geselligkeit. Gesellig ist Matthias Woll wie kein Zweiter, ein Meister des privaten Umgangs, der gerne mit anderen teilt und es schafft, in einem Verein wie der Borussia so etwas wie „Geheischnis“ zu verbreiten. Er ist, mit Verlaub, der ideale Großvater seiner zweiten Familie: der Borussia. Borussia Neunkirchen gratuliert Matthias Woll, dem Träger des Ehrenrings unseres Vereins, heute herzlich zu seinem 75. Geburtstag. Wir wünschen ihm weiterhin Gesundheit und alles Gute.

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