Neunkirchen und Admira Wien nach dem Benefizspiel (Foto: Vereinsarchiv/Nachlass Karl Müller)

Vor 80 Jahren: Benefizspiel nach Gasometerunglück

Es war eine der größten Katastrophen in der Geschichte von Neunkirchen: Heute vor 80 Jahren, am 10. Februar 1933, explodierte in der Saarbrücker Straße der Gasometer des Neunkircher Eisenwerks. Über 60 Menschen starben. Hilfe für ihre Hinterbliebenen kam von überall. Auch Borussia Neunkirchen engagierte sich mit einem Benefizspiel.

Zwei Monate nach dem Unglück, am 13. April 1933, dem Gründonnerstag, trug der Klub im Ellenfeld-Stadion ein Spiel gegen den österreichischen Meister und Pokalsieger Admira Wien aus. Neunkirchen unterlag vor 5000 Zuschauer durch ein spätes Gegentor mit 1:2. Emil Anschütz hatte die Borussia nach Vorlage von Ex-Nationalspieler Kurt Voß zunächst in Führung gebracht.

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Das Ergebnis war nebensächlich

Doch das Ergebnis war an diesem Tag nebensächlich: „Die Hauptsache ist, dass das Spiel in jeder Hinsicht auf einer beträchtlichen Höhe der Fußballkultur stand, seinem pietären Zweck durchaus würdig war und daher allen Erschienenen noch lange in dankbarer Erinnerung bleiben wird“, notierte Vereinsmitglied und Sportpublizist Albrecht Menzel nach der Partie, deren Reinerlös den Hinterbliebenen der Gasometerexplosion zugute kam.

Neunkirchen: Karl Müller – Wiese, Emil Welsch – Herbert Maus, Gustav Litzenburger, Heinrich Theobald – Kurt Voß, Ludwig Koch, Albert Petri, Emil Anschütz, Richard Schneider

SK Admira Wien: Rudolf Zöhrer – Robert Pavlicek, Anton Janda – Johann Klima, Karl Humenberger, Johann Urbanek – Ignaz Sigl, Wilhelm Hahnemann, Karl Stoiber, Anton Schall, Adolf Vogl

Tore: 1:0 Anschütz, 1:1 Schall, 1:2 Vogl (88. Minute)

Zuschauer: 5000

Schiedsrichter: Fuchs (Burbach)

Anlässlich des 80. Jahrestages der Katastrophe hat der Historische Verein Stadt Neunkirchen (HVSN) seine Dokumentation „Schreckenstage in Neunkirchen – als der Gasometer explodierte“ neu aufgelegt. Erhältlich ist die Broschüre (Preis: 6,90 Euro) auf der Geschäftsstelle des HVSN in der Irrgartenstraße 18 sowie bei Bücher König, Bahnhofstraße 43.