Albert Becker im Hinspiel gegen Salmrohr (Foto: Udo Stamm)

Endspiel gegen Salmrohr? Zusammen der 12. Mann gegen den Abstieg!

Mit dem 3:1-Auswärtssieg beim FV Diefflen konnte unsere Mannschaft am 33. Spieltag ihre lange Durststrecke von zuletzt elf sieglosen Spielen in Folge beenden. Nach einer guten Leistung erntete unsere Mannschaft reichlich Lob und Anerkennung für eine gleichermaßen engagierte wie couragierte Leistung im Stadion „Am Babelsberg“. Trainer und Fans des Gastgebers waren nach dem Spiel angetan von der Vorstellung unserer Mannschaft. So manch einer aus dem Dieffler Umfeld zeigte sich mehr als verwundert darüber, dass eine derart stark aufspielende Borussia auf einem Abstiegsplatz steht und es nicht mehr selbst in der Hand hat, sich aus eigener Kraft vor dem Abstieg aus der Oberliga zu retten. Die mitgereisten Borussen-Fans ließen noch einmal die letzten Wochen Revue passieren, in denen in den Spielen gegen Hauenstein, Völklingen, Pirmasens oder Mechtersheim eine weit bessere Punktausbeute möglich gewesen wäre.
Am Samstag, 20. Mai, macht der FSV Salmrohr seine Aufwartung im Ellenfeld-Stadion. Ging es in den 1990er Jahren in diesen Spielen meist um die Meisterschaft in der damals noch drittklassigen Oberliga Südwest, ist im Jahr 2017 „Abstiegskampf pur“ angesagt. Für Salmrohr ist es quasi ein Endspiel, das die Mannschaft von der Mosel keinesfalls verlieren darf, will man auch in der kommenden Saison in der Oberliga spielen. Dabei ist die Ausgangslage für die Gäste aus dem Salmtal deutlich besser als die Ausgangslage unserer Mannschaft. Salmrohr kann mit einem Sieg im Ellenfeld-Stadion den so wichtigen 15. Tabellenplatz aus eigener Kraft erreichen. Nach dem freiwilligen Rückzug des SC Hauenstein aus der Oberliga am vergangenen Sonntag bedeutet der 15. Tabellenplatz den Klassenerhalt, wenn der FK Pirmasens aus der Regionalliga in die Oberliga absteigt und somit die Zweite Mannschaft des FK Pirmasens zwangsläufig zum Abstieg aus der Oberliga verurteilt.

Für die Borussia geht es darum, mit einem Heimsieg gegen Salmrohr die letzte Chance auf den Klassenerhalt zu wahren und zumindest noch an Arminia Ludwigshafen vorbeizuziehen. Ein 16. Tabellenplatz, dazu der freiwillige Rückzug des SC  Hauenstein und ein möglicher Abstieg des FK Pirmasens II kann am Ende noch von Bedeutung sein, nämlich dann, wenn einer der finanziell angeschlagenen Hessenklubs – KSV Hessen Kassel und FSV Frankfurt – auf sein Startrecht in der Regionalliga verzichtet. Sollte der KSV Hessen Kassel einen Insolvenzantrag stellen, werden den Nordhessen neun Punkte abgezogen, so dass auch noch ein sportlicher Abstieg aus der Regionalliga in die Oberliga Hessen möglich wäre. Die Eröffnung eines Insolvenzverfahrens hätte unter Umständen für beide Vereine zur Folge, dass nicht in der Regionalliga weitergespielt werden kann. Dadurch könnte sich die Zahl der Absteiger in die Oberliga Rheinland-Pfalz Saar reduzieren und es als Folge auch weniger Absteiger aus der Oberliga Rheinland-Pfalz Saar geben.
Angesichts all dieser Unwägbarkeiten hat das  Spiel gegen Salmrohr nochmals „Finalcharakter“ für die Borussia. „Wir wollen alles Menschenmögliche versuchen, wollen uns später nichts vorwerfen müssen. Bei all den Unwägbarkeiten in den anderen Ligen zählt am Ende jeder Sieg, jeder Platz, den wir gutmachen können. Wir werden am Samstag noch einmal alles geben“, verspricht Jens Kirchen den Fans ein spannendes Saisonfinale und eine engagierte Borussen-Elf.

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„Wir haben es nicht mehr in der eigenen Hand, aber wir wollen gegen Salmrohr nichts unversucht lassen und uns mit einem Sieg verabschieden. Wir wollen zumindest noch Platz 16 erreichen und an Ludwigshafen vorbeiziehen. Für den möglicherweise rettenden 15. Tabellenplatz bräuchten wir einen 7:0-Kantersieg gegen Salmrohr und sind auf Schützenhilfe von Saar 05 in Ludwigshafen angewiesen. Auch wenn Salmrohr in der laufenden Saison bereits 8 Mal vier Gegentore und mehr kassiert hat, wird ein 7:0 kaum zu realisieren sein“, weiß Borussen-Trainer Tobias Grimm um die Schwere der Aufgabe.

Zum Saisonende wird der Fall „Burgbrohl“ im und ums Ellenfeld wieder heiß diskutiert. Burgbrohl spielte seit Februar 2017 14 Mal mit einer besseren „Alt-Herren-Mannschaft“ und brachte es in 14 Spielen auf rekordverdächtige 1 : 189 Tore. 14 Gegentore kassierte Burgbrohl’s Keeper im Schnitt, 25 in Wiesbach, 22 in Pfeddersheim, 19 in Völklingen, 17 in Hauenstein, aber aus Borussen-Sicht leider auch 12 gegen Salmrohr und 10 in Ludwigshafen. Die beiden Konkurrenten im Kampf um den Oberliga-Klassenerhalt konnten ihr Torverhältnis gegen Burgbrohl noch einmal so richtig „aufhübschen“, während Borussia und Gonsenheim als einzige Mannschaften zweimal gegen Burgbrohl’s reguläre Oberliga-Truppe antreten musste. Borussia’s Sieg in der Rückrunde in Burgbrohl fiel mit 2:1 daher vergleichsweise gering aus.
Aus diesem Grunde hat Borussia nach 33 Spieltagen ein um 12 Tore schlechteres Torverhältnis als Salmrohr.
Aber: Alles „Nachkarten“ nutzt im Moment nichts, die volle Konzentration gilt dem Endspiel der Borussia gegen Salmrohr am kommenden Samstag, 20.05.17. Anstoss ist um 15.30 Uhr im Neunkircher Ellenfeld. Danach wird abgerechnet und danach steht fest, ob es vielleicht doch noch einen „Strohhalm“ gibt, an den sich die Borussia klammern kann. Mit einer endgültigen Entscheidung wäre dann vermutlich frühestens Anfang Juni zu rechnen.

Alle zusammen zum Endspiel ins Ellenfeld und unsere Truppe unterstützen. Zusammen der 12. Mann gegen den Abstieg!