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Einen Punkt gewonnen, zwei Punkte verloren? Torloses Remis in Hasborn hinterlässt zwiespältige Gefühle

Unser Bild: Da fliegen die (Rasen)Fetzen! Trotz starkem Einsatz gegen Hasborns Abwehr blieb Borussias Stürmer Momo Diallo ein Treffer verwehrt. (Foto: Burgardt – Sportfotografie)

 

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Mit dem 0:0 der Borussia bei Rot-Weiß Hasborn blieben gleich zwei Serien bestehen. Die Gastgeber vermochten – nach dem torlosen Remis gegen Friedrichsthal –  auch im zweiten Heimspiel unter Neu-Trainer Bernd Gries zuhause kein Tor zu erzielen und warten nunmehr seit vier Spielen auf einen Sieg: Der erhoffte Befreiungsschlag im Abstiegskampf blieb aus. Borussia dagegen wahrt seit acht Spielen den Nimbus der Unbesiegbarkeit, sammelte dabei, seit Björn Klos das Szepter auf der Trainerbank schwingt, immerhin beachtliche 18 Zähler in 8 Spielen.

 

0:0 in Hasborn – ein Punkt gewonnen oder zwei verloren? Trainer Björn Klos war zunächst hin- und hergerissen, wusste dann aber auf diese Frage eine diplomatische Antwort: „Wir haben einen Punkt gewonnen, weil wir trotz personeller Probleme und damit verbundener Umstellungen unsere defensiven Aufgaben gut gelöst und kein Gegentor zugelassen haben. Wir haben aber auch zwei Punkte verloren, weil wir drei hochkarätige Chancen nicht verwerten konnten“, so Borussias Trainer nach den 90 Minuten im Tholeyer Waldstadion. Dass es statt einem nicht doch drei Punkte wurden, wurmte Björn Klos schließlich doch: „Schade, dass wir einen durchaus möglichen Arbeitssieg nicht mitgenommen haben. Zusammen mit den zwei Punkten, die wir beim 2:2 gegen Homburg in der Nachspielzeit abgeben mussten, hätte uns das in der Tabelle richtig gut getan.“

In der Tat: Mit drei Hochkarätern hätte die ersatzgeschwächte Borussia (neben Torwart Kutaiba Alabid hatten nur zwei Ergänzungsspieler auf der Bank Platz genommen) die Partie entscheiden können, ja müssen: Tim Klein hatte nach 23 Minuten die Führung auf dem Fuß, als er allein aufs Tor von Mantas Babicius zustürmte, das Leder aber mit dem linken Fuß am Tor vorbeisetzte. Ein ähnliches Szenario bot sich den 500 Zuschauern nach 71 Minuten: Diesmal war es Momo Diallo, der die Kugel – ebenfalls mutterseelenallein vor Hasborns Keeper – nicht im Tor unterbrachte, sondern daran vorbeischoss. Und kurz vor Schluss vergab Mehdi Lomma aus aussichtsreicher Schussposition im Strafraum die Siegchance. „Wenn man diese klaren Möglichkeiten liegenlässt, hat man den Sieg unter dem Strich auch nicht verdient“, so die realistisch-nüchterne Bewertung von Björn Klos. Der Coach bescheinigte seiner Mannschaft „in einem über weite Strecken zu zerfahrenen Spiel, in der wir offensiv die Durchschlagskraft und Kreativität haben vermissen lassen“, zumindest „eine gute kämpferische Leistung“, zumal da der eine oder andere Akteur angeschlagen aufgelaufen war und dennoch alles gegeben hatte. Dass Wille und Einstellung stimmten, wird auch durch die sechs gelben Karten für Borussias Mannschaft untermauert. Spielerisch freilich bleibt nach wie vor viel Luft nach oben. Das sieht auch Sportvorstand Gunther Persch so: „Hasborn hat fast nur mit langen Bällen operiert. Unsere Mannschaft hat leider zu wenig Tempo entwickelt und nicht die spielerischen Mittel gefunden, um dem Gegner entscheidend beizukommen.“

Für Borussia gilt es nun, in den verbleibenden vier Spielen vor der Winterpause (im Ellenfeld gegen den VfB Dilliingen und die U21 der SV Elversberg sowie auswärts bei der SG Lebach-Landsweiler und der FSG Bous) angesichts der Personalmisere „irgendwie“ und halbwegs ungeschoren in die Winterpause zu kommen. Und da sollte man denn auch mal den einen Punkt aus Hasborn dankbar mitnehmen – wer weiß schließlich, wozu er vielleicht einmal gut ist? (-jf-)

 

Borussia in der Statistik

Unsere Mannschaft: Jonas Merhej – Marco Dahler, Kamil Czeremurzynski, Giuseppe Vituzzi, Marvin Gabriel, Jens Kirchen (79. Lionel Schmidt), Jannik Nagel, Daniel Ruschmann, Mehdi Lomma, Tim Klein (68. Mamadou Traoré), Mouhamad Diallo. – Unser Trainer: Björn Klos.

Tore: Fehlanzeige. – Schiedsrichter: Matthias Edrich (St. Wendel). – Zuschauer: 500. – Gelbe Karten: Jens Kirchen (33.), Mouhamad Diallo (55.), Mehdi Lomma (61.), Kamil Czeremurzynski (63.), Mamadou Traoré (77.), Giuseppe Vituzzi (85.).