Borussia Neunkirchen - FSV Salmrohr (Foto: T.Burgardt)

Ein Sieg fürs Selbstbewusstsein

In der 80. Minute hatten sich bereits viele Borussen-Fans mit einer Niederlage gegen den FSV Salmrohr abgefunden und frühzeitig das Stadion verlassen. Doch dann drehte Neunkirchen nochmals richtig auf und erzielte innerhalb von acht Minuten zwei Tore durch den eiskalten Nazif Hajdarovic, der nunmehr bereits sein viertes Saisontor erzielen konnte. Daraus ergab sich ein Erlebnisbad der Gefühle, das wohl für viel zusätzliche Motivation für das Saarlandpokalspiel gegen Saarbrücken am Mittwoch sorgt.

Trainer Adetunji Adeyemi musste im Heimspiel auf den verletzten Nabil Dafi und den gelb-rot gesperrten Deniz Siga (voraussichtlich drei Spiele Sperre – steht aber noch nicht fest) verzichten. Die Mannschaft schien die daraus resultierenden Umstellungen gut zu kompensieren und machte von Beginn an viel Druck. „Schwarz-Weiß“ erspielte sich zahlreiche Chancen und hätte durch sein bewegliches und dynamisches Angriffsspiel in Minute 22 bereits in Führung gehen müssen. Der Ball wurde Tim Cullmann über die rechte Seite in den Strafraum getragen, in die Mitte gepasst und von Jaba Beba nur um Milimeter verpasst. Auf diese druckvolle Anfangsphase folgte ein kleines Tief, welches jedoch auf einige sehr fragwürdige Schiedsrichterentscheidungen zurückzuführen ist. Mehrere Zweikämpfe wurden sehr kleinlich gepfiffen und nahmen dem Spiel den bis dahin vorherrschenden Spielfluss. Auch eine Abwehraktion von Artur Mezler, in dem er eindeutig den Ball spielt, wurde mit Freistoß geahndet. Dies ließ sich Salmrohrs Kapitän Dino Toppmöller in Minute 37 nicht entgehen und zirkelte einen Freistoß aus 20 Metern mit ganz viel Gefühl und all seiner Routine in den linken Winkel. Diese Szene stellte den Spielverlauf ab Minute 35 vorübergehend auf den Kopf und sorgte dafür, dass die Borussia mit einem Rückstand in die Halbzeit ging.

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Julian Bidon (MP3)

In Halbzeit zwei musste Coach Adeyemi taktisch umstellen und brachte Djemel N’ Ganvala ins Spiel. Ein geschickter Schachzug, der das Angriffsspiel der Heimmanschaft nochmals aufflammen ließ. Zunächst köpfte Hajdarovic nach einer Flanke von Tim Cullmann noch einen Meter über die Latte. Aber dann legte er noch einen Gang zu und zeigte, welch ein Vollblutstürmer er ist und warum die Verantwortlichen mit seiner Verpflichtung ein sehr gutes Näschen bewiesen haben. In der Mitte des Strafraums sah er die Lücke in der FSV-Abwehr und schob neun Minuten vor Schluss eiskalt zum 1:1 Ausgleich ein. Neunkirchen warf jetzt alles nach vorne und witterte seine Siegchance. Zurecht, denn nur einen Angriff (89. Minute) später stand Hajdarovic erneut goldrichtig und erzielte per Abstaubertor das unfassbare und bis dahin nicht für möglich gehaltene 2:1!

Mit diesem unglaublichen Tor-Endspurt holte sich die Mannschaft drei hartumkämpfte Punkte und nochmals viel Selbstvertrauen für das anstehende Pokalspiel. Für Selcuk Kaban hingegen war es das wohl schönste Geschenk an seinem 21 Geburtstag! Kurzum, kein sehr gutes Spiel, aber ein kämpferisches und spannendes mit einem verdienten Sieger namens Borussia Neunkirchen.

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