Ruschmann Czeremurczynski

Das Warten hat ein Ende

erster Saisonsieg gegen Quierschied im Kirmesspiel!

„Es is wedda Kerb in Neinkeije“ – diese Ankündigung bedeutete in der Fußballhistorie Borussias in der Regel nichts Gutes. „Meist haben wir das Kirmesspiel verloren, heute haben wir diese Serie durchbrochen“, atmete ein erleichterter Borussen-Präsident Martin Bach nach dem hart erkämpften, aber verdienten 2:1-Sieg gegen die Spvgg Quierschied ganz tief durch.
In der Tat war die Erleichterung rund ums Ellenfeld regelrecht greifbar. Daniel Ruschmann (49.) und Kamil Czermurzynski (54) sorgten durch einen Doppelschlag binnen fünf Minuten für eine beruhigende 2:0-Führung – der Gegentreffer von Mexhid Kadrija nach 75 Minuten trieb zwar den Adrenalinspiegel der Borussen-Fans in der Endphase der Partie noch einmal in bedrohliche Höhen, letztlich aber ließen die Schützlinge von Trainer Tobias Grimm nichts mehr anbrennen. Der Coach versammelte sein Team nach dem Schlusspfiff von Schiedsrichter Christian Michelbach aus Siersburg zu einem sehr emotionalen Mannschaftskreis: „Wir haben 90 Minuten geackert und geackert und den Bock endlich umgestoßen! Jetzt geht´s erst richtig los“, stimmte der 27jährige seine ausgepumpte, aber glückliche Mannschaft schon auf die nächsten Aufgaben motivierend ein.
Die Gäste aus Quierschied gingen sichtbar selbstbewusst in die Partie und ließen durch frühes Anlaufen ein Aufbauspiel der Borussen kaum zu. Die Grimm-Schützlinge suchten zwangsläufig ihr Heil zunächst in langen Bällen, fanden dann aber immer besser in das sehr intensive Spiel hinein und erarbeiteten sich erste Chancen. Auffälligster Borussen-Akteur in dieser Phase Tim Cullmann, der sich immer wieder nach erfolgreichen Balleroberungen auf dem rechten Flügel in Szene setzte, selbst mit einem gefährlichen Schuss das Tor nur knapp verfehlte und wenig später für Daniel Ruschmann auflegte – ein Quierschieder Abwehrbein verhinderte in letzter Sekunde Borussias Führung. Auf der anderen Seite hielt Philippe Persch mit reaktionsschneller Fußabwehr bei einem Schuss von Sascha Schaum die „Null“ auf Seiten der Ellenfelder fest. Aufregung noch einmal kurz vor der Pause, als Patrick Seidels Schuss von Dominik Engel auf der Quierschieder Torlinie abgewehrt wurde.
Kurz nach der Pause dann der große Auftritt des Daniel Ruschmann: Zunächst zimmerte der Ex-Jägersburger das Leder von links aus spitzem Winkel knallhart und eiskalt zu Borussias Führung in die Maschen. Nur fünf Minuten später servierte er eine Ecke punktgenau auf den Kopf von Kamil Czermurzynski – Borussia lag auf einmal 2:0 vorn, ein lange nicht mehr gekanntes Gefühl! Der Doppelschlag zeigte Wirkung bei den Gästen – das zuvor auf den Platz gebrachte Selbstbewusstsein war beim Tabellenvierten minutenlang wie weggeblasen. Borussia versäumte es in dieser Phase, bei einigen Kontergelegenheiten mit dem dritten Tor den „Sack zuzumachen“ und musste nach dem Anschlusstreffer auf einmal wieder zittern. „Da war die Verunsicherung wieder spürbar“, merkte auch Tobias Grimm, aber abgesehen von der Chance für Philipp Häfner, der kurz nach dem 1:2 sogar den Ausgleich für Quierschieds „Wambe“ auf dem Fuß hatte, ließ Borussias Defensive keine zwingende Chance mehr zu. „Das Entscheidende war heute, dass wir als Mannschaft aufgetreten sind, 90 Minuten an die Schmerzgrenze gegangen sind, lange Wege und auch viel Drecksarbeit gemacht haben. Darauf allein kam es heute an. Hurra-Fußball ist in unserer Situation nicht gefragt, derzeit zählt nur das Ergebnis, um uns langsam da unten raus zu arbeiten. Der Sieg ist für den Kopf sehr wichtig, es herrscht große Erleichterung bei jedem“, so Borussias Trainer in der Analyse. Dies war noch weit nach Spielschluss im Borussia-Heim zu spüren, wo sich die angestaute Spannung in einem temperamentvollen Kicker-Spiel zwischen Trainer und Spielern entlud. Auch für Borussen-Boss Martin Bach dürfte jetzt wohl dem traditionellen Montagsbesuch „auf der Kerb“ mit Familie und in gelöster Stimmung nichts mehr im Wege gestanden haben! (-jf-)

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Borussia in der Statistik
Unsere Mannschaft: Philippe Persch – Patrick Seidel, Kamil Czermurzynski, Tim Cullmann, Marco Dahler, Mo Benghebrid, Marvin Gabriel (78. Tim Klien), Jannik Nagel (71. Mamadou Traore), Jens Kirchen (66. Benjamin Btaun), Daniel Ruschmann. – Trainer: Tobias Grimm.
Tore: 1:0 (49.) Daniel Ruschmann, 2:0 (54.) Kamil Czermurzynski, 2:1 (75.) Mexhid Kadrija. – Schiedsrichter: Christian Michelbach (Siersburg). – Zuschauer: 400. – Gelbe Karten: Patrick Seidel (37.), Kamil Czermurzynski (57.), Jannik Nagel (61.), Mamadou Traore (94.).

Niederlagen gab es derweil für Borussias zweite und dritte Garnitur. Die zweite Mannschaft unterlag in der Bezirksliga Neunkirchen in Hirzweiler mit 1:3. Den zwischenzeitlichen Anschlusstreffer zum 1:2 für Borussia erzielte Marcel Jung. Die dritte Mannschaft ging beim SSV Wellesweiler im Derby der Kreisliga A (Saarpfalz) überraschend durch Al Mater Maad in Führung, musste sich aber am Ende dem hoch favorisierten Gegner etwas zu hoch mit 1:7 geschlagen geben und wartet nach wie vor noch auf ein Erfolgserlebnis in der noch jungen Saison.

Titelfoto: Ruschmann 1:0 / Czeremurczynski 2:0
T.Burgardt