Benny Früh beim Training

„Borussia hat einfach Reiz“

Jahrelang war er Stammspieler in Zweibrücken, ehe er letzte Saison für den SV Morlautern in der Landesliga auflief. Mittlerweile ist er zurück in der fünfthöchsten deutschen Spielklasse und soll mit all seiner Routine die Abwehr von Borussia Neunkirchen bereichern  – die Rede ist von Benny Früh.  Im Interview spricht er über Privates, seine Ambitionen und die Vorbereitungsphase.

Benny, bist du nach der Eingewöhnungsphase in Neunkirchen gut angekommen?

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Benny Früh: Die Eingewöhnungsphase hat nicht lange angedauert. Ich wurde in der Mannschaft freundlich aufgenommen. Viele meiner Mitspieler kenne ich ja schon länger. Mit Menny Haliti, Tim Schwartz und Mersad Mehmedovic habe ich bereits in Zweibrücken zusammengespielt. Von daher ist mir die Eingewöhnungsphase nicht schwer gefallen.

Kannst du kurz schildern, wie du die vergangenen Trainings- und Testspielwochen erlebt hast?

Benny Früh: Man merkt in Neunkirchen deutlich, dass hier sehr viel Tradition und Leidenschaft im Verein stecken. Begonnen beim ersten Training, als ca. 50 Zuschauer da waren, bis hin zu den Testspielen. Die ganzen Helfer leisten hier wirklich super Arbeit. Die Trainingseinheiten sind, wie es in der Vorbereitung üblich ist, härter als während der Runde. Aber aus meiner Zeit in Zweibrücken bin ich das natürlich gewohnt. Die Testspiele verliefen sehr wechselhaft, allerdings sollten die Ergebnisse auch nicht im Vordergrund stehen. Da bei der Borussia vor dieser Runde eine hohe Fluktuation geherrscht hatte, ist es in erster Linie wichtig, durch das Training, aber vor allem durch die Testspiele, die Spieler zu einer Einheit zu formen, die Kondition zu verbessern und taktische wie auch spieltechnische Fortschritte zu erzielen.

Wie ist die Stimmung in der Mannschaft?

Benny Früh: Ich empfinde die Stimmung in der Mannschaft als sehr gut. Sicherlich gibt es auch während des Trainings verbale Auseinandersetzungen untereinander oder es herrscht nach einem schlechteren Spiel schlechtere Stimmung, aber dies ist ja verständlich und gehört auch im Fußball dazu. Egal ob du Oberliga, Bundesliga oder Kreisliga spielst.

Was hat dich aus der Landesliga zurück in die Oberliga geführt?

Benny Früh: Wie schon oben erwähnt, hatte ich bereits mit dem SVN Zweibrücken lange Jahre in der Oberliga gespielt. Letztes Jahr habe ich mich dann dem Landesligisten SV Morlautern angeschlossen. Was mich wieder zurückgeführt hat? Man muss eines deutlich sagen: wenn ein Verein wie Borussia Neunkirchen anfragt, muss man normalerweise nicht zweimal überlegen. Zumal der Verein mit Herrn Ferner einen wirklich guten Trainer hat. Die Trainingsbedingungen sind bestens und wenn die den Umbau des Ellenfelds betreffenden Pläne so umgesetzt werden wie beabsichtigt, wird es ein noch schöneres Stadion als es jetzt ohnehin schon ist. Von daher ist mir die Entscheidung nicht schwer gefallen.

Woran denkst du, wenn du „Borussia Neunkirchen“ hörst?

Benny Früh: Ich weiß, dass die Borussia vor langer Zeit sehr erfolgreich war. Als ich einem Bekannten erzählte, dass ich nach Neunkirchen wechsele, hat er mir von der einst so erfolgreichen Mannschaft um Willi Ertz erzählt. Die Borussia besitzt immer noch einen gewissen Reiz.

Wie verbindest du deinen Beruf mit dem Sport und wie tickst du privat?

Benny Früh: Beruf und Arbeit zu kombinieren funktioniert bei mir sehr gut. Ich arbeite im öffentlichen Dienst bei der Verbandsgemeinde Kaiserslautern-Süd. An dieser Stelle muss ich auch einen Dank an meine Dienststelle aussprechen. In wenigen Situationen, in denen sich der Fußball mit meiner Arbeit überschnitten hat, waren sie sehr kulant. Wie ticke ich privat? Letztes Jahr in Morlautern war ich noch deutlich häufiger zu Hause, als es jetzt der Fall ist . Da hat meine Freundin manchmal gesagt, es sei an der Zeit, dass ich wieder häufiger trainieren ginge. Offenbar war ich gar nicht ausgelastet. (zwinkert). Ich denke, privat bin ich eigentlich sehr umgänglich und für jeden Spaß zu haben. Da ich nun bereits über vier Jahre mit meiner Freundin zusammen bin, kann ich kein so schlechter Zeitgenosse sein. Klar ist man nach Spielen, die nicht gut laufen, schlecht gelaunt, aber das gehört dazu. Wenn es mir egal wäre, wäre ich in der Oberliga fehl am Platz.

In Zweibrücken warst du ein absoluter Dauerbrenner – wie siehst du deine Rolle in Neunkirchen?

Benny Früh: Ja, das stimmt. Bis zu meiner Verletzung in Zweibrücken habe ich bis auf fünf bis zehn Spiele alle Spiele in den fünf Jahren bei Peter Rubeck gemacht. Das Gleiche will ich auch hier erreichen. Ich will versuchen der Mannschaft weiterzuhelfen – auch durch meine Erfahrung. Aber einen gewissen Stellenwert, den ich in Zweibrücken zweifelsohne hatte, muss man sich bei einem neuen Verein zuerst einmal erarbeiten. Zuvor erbrachte Leistungen verschaffen da keinen Bonus.

Welche Ziele bringst du mit ins Ellenfeld?

Benny Früh: Ziel muss es sein, guten und erfolgreichen Fußball zu spielen. Ein Platzierungsziel auszugeben ist momentan noch schwer, weil der Kader noch nicht endgültig steht. Jedoch müssen wir in allen Spielen, seien es Liga-, Pokal- oder Freundschaftsspiele, wenn es spielerisch mal nicht so gut läuft, auf jeden Fall eine gute kämpferische Leistung bringen. Wichtig wird es auch sein, dass die Fans hinter uns stehen und sagen: „Heute haben wir wieder eine richtige „Borussenmannschaft“ gesehen!“. Wenn sich jeder Einzelne bewusst ist, was es heißt, für die Borussia spielen zu dürfen, dann werden wir eine erfolgreiche Runde erleben.

Was unterscheidet Dieter Ferner von deinem jahrelangen Wegbegleiter und Trainer Peter Rubeck?

Benny Früh: Ohje, auf diese Frage hatte ich gewartet. Vom Fachlichen her sehe ich keine großen Unterschiede zwischen beiden Trainern. Beide sind sehr akribisch in ihrer Arbeit. Einen Unterschied habe ich jedoch gleich zu Beginn festgestellt: bei Dieter Ferner dauern die Trainingseinheiten in der Vorbereitung nicht länger als 1 Stunde und 45 min. Bei Peter Rubeck trainierten wir nie unter 2 Stunden (lacht). Der größte Unterschied liegt bei beiden Trainern wohl im Naturell. Dieter Ferner ist etwas ruhiger als Peter Rubeck, wobei ich glaube, wenn es mal nicht so gut läuft, kann Herr Ferner sicherlich auch laut werden.

Welche Worte möchtest du abschließend an die Fans richten?

Benny Früh: Ich hoffe, dass uns die Fans diese Saison so unterstützen, wie sie es gegen Saarbrücken getan haben. Ebenfalls muss man den Helfern einen Dank dafür aussprechen, dass sie das Stadion so hergerichtet haben. Ich hoffe einfach, dass wir eine gute Runde hinlegen werden und somit sowohl die Fans, als auch neutrale Zuschauer ins Ellenfeld locken und begeistern können.

Danke für das Interview und alles Gute für deine erste Saison im Ellenfeld!

Das Interview führte Till Hust

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