BNK - FKP

Bericht von Klaus Nessesohn

Da hieß es: „Barfuß oder Lackschuh“

Pirmasens ist eine deutsche Schuhstadt. Falsch! Total daneben! Pirmasens ist die deutsche Schuhstadt. Knaurs Lexikon A-Z. Noch immer vor Stuttgart, Offenbach, Berlin und Nürnberg.
Das zweite wichtige Thema war von jeher der Fußball in „Bärmesens“. Wie die Pfälzer sagen. Auch die zweite Garnitur der „Schlabbefligger“- wie die Saarländer sagen – präsentierte sich im Ellenfeld durchaus als starkes Team. Borussia gewann aber dennoch hochverdient mit 2:0. Auch ohne die absoluten Leistungsträger Moussa Dansoko und Markus Schmitt. Beide waren verletzt. Und mussten ihre Stiefel gleich zuhause im Schuhschrank lassen.
Nach einer super getimten Flanke von Kapitän Yannick Bach erzielte Stoßstürmer Ruddy M`Passi per Kopfball ins Kreuzeck in der 16. Minute das 1:0 für die Borussia. Der zweifache Nationalspieler aus dem Kongo bot wieder einmal eine prima Partie. Fit wie ein Turnschuh, der Afrikaner! Dagegen war der FKP II „ aus den Latschen, aus den Pantoffeln gekippt! “ Allerdings nur kurz.
Andreas „Schuhmacher“, Lukas “Schuhmann“, Matthias „Schuster“. Nein, so oder ähnlich heißen nicht alle Leute aus der „Schuhmetropole“. Da ist z.B. Thomas Braml. Mit dem gebürtigen Pirmasenser und eingefleischten FKP-Fan arbeitete ich über zwanzig Jahre lang in der Sportredaktion des Saarländischen Rundfunks zusammen. Immer sehr kollegial, immer sehr freundschaftlich. Das geht tatsächlich auch mit Westpfälzern!
In der zweiten Hälfte kam die Borussia zu einigen Großchancen. Die Akteure von der Husterhöhe wirkten jetzt phasenweise leicht angeknockt. Aber sie brachen nicht ein. Wie vierzehn Tage zuvor der SVN Zweibrücken. Der war ja beim 6:0-Sieg der Borussia in der zweiten Halbzeit wie eine kaputte Kirmestruppe durchs Ellenfeld gestolpert. Kein echter Gradmesser die Elf aus der Stadt der „Rosen und Rösser“.
In der 49. Minute donnerte Boris Becker die Kugel knapp über den Querbalken. Wenig später hatten auch Cordt Flätgen und Ruddy M`Passi blendende Gelegenheiten. Nach exakt einer Stunde hatte die Borussia aber viel Fortune. Da nagelte Manuel Grünnagel aus kürzester Distanz den Ball ans Aluminium.
Endgültig geschlagen war der FKP II erst in der vierten Minute der Nachspielzeit. Nach einer Zucker-Flanke des eingewechselten Alexandro Gallace veredelte Ruddy M`Passy zum 2:0- Endresultat. Borussia stand ergo nicht „barfuss“ da. Eher in „High Heels“. Oder halt in „Lackschuhen“.
Auf der Tribüne schlich einer in Sandalen rum. Das war kein Pirmasenser. Aber der in den „Flip-Flops“ – das war einer! Man sah auch Bundschuhe, Haferlschuhe, Trippen, Stöckelschuhe, Soldatenstiefel und Wildlederschuhe. „Fußkleider“ mit und ohne „Nischdele“.
Die Pirmasenser machten sich mittlerweile auf die Heimreise in die Vorderpfalz. „Auf Schusters Rappen“. Nicht doch! Mit dem Bus!
Übrigens: Am Spieltag war „Halloween“. Rummelbooze, Kürbisköpfe, Fledermäuse, Gespenster, Sensenmänner, Geisterwesen, Totenkopf-Muffins… Doch nix war gruselig. Nix war schaurig. Es war einfach nur herrlich! Seit jetzt neun Oberliga-Spielen ist die Borussia unbezwungen! Was für eine phantastische Serie!
Borussia: Malcolm Little- Giuseppe Vituzzi, Godmer Mabouba, Tim Cullmann, Kamil Czeremurzynski (84. Alexandro Gallace), Abdul Kizmaz, Yannick Bach, Boris Becker (74. Albert Becker), Mefail Kadrija, Cordt Flätgen (66. Djemel N`Ganvala), Ruddy M`Passi
– Trainer: Michael Petry
Schiedsrichter: Ehsan Amirian (Burgschwalbach)
Tore: 1:0 (16.) Ruddy M`Passi – 2:0 (94.) Ruddy M`Passi.

Werbung


newsletter software