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Über Schulschnecken, Trainingsfleiß und Feierkünste

Titelfoto: Quelle Screenshot Hessischer Rundfunk (Heimspiel) – Bericht

Über Schulschnecken, Trainingsfleiß und Feierkünste

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hr-Sendung „Heimspiel“ mit Spurensuche bei Ellenfeld-Legende Stefan Kuntz in Neunkirchen

 

Neunkirchen und seine Borussia waren ein Thema in der Sendung „Heimspiel“ des hessischen Rundfunks am späten Montagabend. Zu Gast in der Talkrunde war nämlich neben Yannik Stark, Profi beim SV Darmstadt 98, und Handball-Nationalspieler Julius Kühn von der MT Melsungen auch Stefan Kuntz, der im Gespräch mit Moderator Markus Philipp über die U21-Nationalmannschaft und die Rolle der hessischen Proficlubs Eintracht Frankfurt und Darmstadt 98 im Rahmen der DFB-Nachwuchsförderung plauderte. Die hr-Redakteure hatten sich dabei auch auf Spurensuche in die saarländische Heimat des Europameisters von 1996 gemacht, wo sie schnell fündig wurden.

 

So erfuhr der Zuschauer der Erica Gachot, der Verkäuferin in der Furpacher Bäckerei, dass „der Stefan vor zwei, drei Monaten noch da war und sich seine Kaffestückchen gekauft hat.“ Nicht irgendwelche, nein: „Seine Schulschnecke, die er immer gekauft hat, wenn er in die Schule gefahren ist.“ Auch Kuntz-Gattin Sabine kennt diese Vorliebe: „Sie hat mir vor ein paar Tagen noch welche mitgebracht“, verriet der 55jährige später. Die Rundreise durch die Vergangenheit führte natürlich auch zum Platz des SV Furpach, zu dem Kuntz nach Beendigung seiner Profikarriere noch einmal zurückgekehrt war. Hier lobte Platzwart Karl Wiedehold den Trainingsfleiß des jungen Stefan, und auch sein späterer Trainer im Ellenfeld, Horst Meurer, der den U21-Nationaltrainer seit mehr als 50 Jahren kennt, zollte seinem ehemaligen Schützling großen Respekt, nicht nur für seine sportlichen Erfolge: „Ein umgänglicher und lustiger Bursche“, lautet sein Urteil. Bodenständigkeit – das spricht auch aus den Worten von Kuntz´ ehemaligem Mitspieler bei Borussia, Martin Liedtke. Der hatte in Borussias Kabine immer den Platz neben Kuntz und ist noch heute beeindruckt, von der „Fußballbeklopptheit“ seines früheren Teamkameraden: „Wenn ich den Stefan nachts um drei angerufen und zu ihm gesagt hätte: `Komm, wir gehen Fußball spielen´ – der wäre direkt mitgegangen!“ Borussias heutiger Präsiden Martin Bach hat mit Stefan Kuntz in der Jugend zusammen im Ellenfeld gespielt: Während Martin Bach als Keeper für das Verhindern der Tore zuständig war, hatte Kuntz die Aufgabe, Tore zu erzielen. Neben den sportlichen Fähigkeiten sind dem Borussen-Chef auch besondere menschliche Eigenschaften in Erinnerung geblieben: „Stefan konnte gut feiern. Er war mit Sicherheit auch in der Neunkircher Damenwelt recht beliebt, hat in seiner Jugendzeit nicht viel anbrennen lassen und trotzdem eine große Karriere gemacht“, erzählt Martin Bach schmunzelnd. Stefan Kuntz nahm´s im Studio lachend zur Kenntnis und stellte klar: „Das mit den Damen hat aber aufgehört, als ich meine Frau kennenlernte.“

Deutscher Pokalsieger 1990, deutscher Meister 1991, Fußballer des Jahres 1991, 449 Spiele in der Bundesliga (und 179 Tore), zweifacher Torschützenkönig (1985/86 und 1993/94), als Spieler Europameister 1996, als Trainer U21-Europameister 2017, anschließend Eintrag ins Goldene Buch der Stadt Neunkirchen – zweifellos war und ist Stefan Kuntz ein Werbe- und Sympathieträger für seine Heimatstadt und seine Borussia. Und vielleicht noch nicht am Ende seiner Karriere angelangt. Martin Liedtke jedenfalls traut seinem früheren Mitspieler noch viel zu: „Mach´ weiter so, Stefan, irgendwann holen wir uns den Löw auch noch!“ (-jf-)

Wer die „Spurensuche bei Stefan Kuntz“ aus der hr-Heimspiel-Sendung noch einmal anschauen möchte, kann dies im Internet tun: www.hessenschau.de/sport/fußball.kuntz-schwaermt-von-zusammenarbeit-mit-sv98-coach-frings.kuntz-102.html.