Felix Dausend gab alles gegen Ludwigshafen (Foto: Th. Burgardt)

1:3 – Das war zu wenig!

Eine Halbzeit entschied heute über Sieg und Niederlage im Spiel Neunkirchen gegen Ludwigshafen. Die Borussia verschlief die erste Hälfte komplett, musste dann einem Zwei-Tore-Rückstand hinterherlaufen und konnte dadurch, trotz Kampfbereitschaft gegen Ende, die 1:3-Niederlage nicht mehr abwenden. 

Es war die wohl schwächste erste Hälfte, die Neunkirchen in der bisherigen Saison zeigte. In der Abwehr klafften riesige Lücken auf, im Sturm fehlte die letzte, zündende Idee, um taktisch disziplinierte Ludwigshafener in Gefahr zu bringen. Außgenommen ist die erste Minute, in der Dausend auf Schmitt flankte und dieser nur am Keeper scheiterte. Jetzt kam der Gast so richtig – in der 23. Minute versuchte zunächst Marc-David Thau per Lüpfer sein Glück. Wie zu Beginn angesprochen, machte es die Borussen-Viererkette den Gästen viel zu einfach. Man merkte heute den verletzungsbedingten Ausfall von Haliti, der nicht zu kompensieren ist, sowie die Rotsperre von Mbote. Der gefährliche Tim Amberger wirbelte im Sturm und konnte dabei mehrmals vier bis fünf Borussen einfach stehen lassen. Es fehlte an Zweikampfstärke, Leidenschaft, Eingespieltheit und oftmals auch an der Spritzigkeit. Dass es bis zur 31. Minute noch 0:0 stand, war sehr glücklich. Dann fiel aber der 0:1-Treffer durch Pietro Berrafato. Dieser konnte mutterseelenallein nach einem Eckball einköpfen – daran hindern tat ihn niemand. Von der Abwehrarbeit, die die Borussia die letzten Wochen noch so auszeichnet hatte, war wenig zu sehen. Die zweite und damit letzte Chance der Neunkircher hatte in der 36. Minute Andy Haas. Sein Seitfallzieher nach Flanke von Jorrin wurde wieder gehalten. Summa summarum eine völlig verdiente Führung für den Gast.

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Sebastien Flauss im Interview (MP3)

Daniel Paulus im Interview (MP3)

Aus der Kabine kam die Borussia dann aber mit einer Chance: der kämpfende Dausend zog aus gut 20 Metern ab, scheiterte jedoch. Nur sieben Minuten nach Wiederanpfiff musste dann Sebastien Flauss zum zweiten Mal an diesem Tag hinter sich greifen. Marcel Bormeth bekam völlig frei den Ball in den Lauf gespielt und zimmerte die Kugel unter die Latte – 0:2! 30 Minuten vor Schluss erwachte auch das Team von Trainer Daniel Paulus, leider aber zu spät, wie sich am Ende herausstellen sollte. Die erste Szene des finalen Sturmlaufs hatte Haas, dessen Ball an die Latte gelenkt wurde. In der 73. Minute verlängerte dann wieder Haas nach einer Ecke per Kopf auf Backmann, der zum 1:2 verkürzte! Nun war es wieder spannend im Ellenfeld, eine heiße Kiste. In der 74. Minute biss sich Neunkirchen nach Volley von Haas wieder am überragenden Torwart Peter Klug einen Zahn aus. Neunkirchen warf alles nach vorne – Marc David Thau nutzte die sich ihm bietenden Räume und traf zum 1:3-Endergebnis.

Zwar zeigte man sich am Ende wirklich bemüht und hätte mit ein bisschen Glück auch noch mit einem Unentschieden aus dem Spiel gehen können, aber insgesamt war das heute einfach zu wenig. Die Truppe von Thomas Fichtner spielte klug, abgeklärt, lauerte auf Konter und darf sich über verdiente drei Punkte freuen. Trainer Daniel Paulus muss nach der zweiten Niederlage in Folge nach vorne blicken und am Mittwoch im Pokal gegen Heckendahlheim ein Erfolgserlebnis bei seinem Team auslösen. Felix Dausend plagten nach dem heutigen Spiel starke Beckenschmerzen. Bleibt zu hoffen, dass die Borussia ihrer Favoritenrolle gerecht wird und nicht weitere Verletzungen zu beklagen hat.

Tim Cullmann in Aktion (Foto: Udo Stamm)

 

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